Für viele Gläubige kann das Datum des wichtigsten christlichen Festes – des Hellen Osterfestes der Auferstehung Christi – wie ein Rätsel erscheinen. Im Gegensatz zu Weihnachten, das immer am selben Tag gefeiert wird, „wandert' Ostern jedes Jahr im Kalender. Im Jahr 2027 wird die Orthodoxe Kirche der Ukraine (OKU) dieses Fest am 2. Mai begehen. Aber wie genau wird dieses Datum berechnet und warum bleibt es nicht stehen?
Das Geheimnis des beweglichen Festes
Ostern ist ein bewegliches Fest, was bedeutet, dass das Datum jedes Jahr individuell berechnet werden muss. Dafür wird eine alte Methode verwendet, die als „Computus' bekannt ist. Sie zeichnet sich dadurch aus, dass sie die Daten des Mondkalenders und des Sonnenkalenders synchronisiert.
Die einheitliche Grundregel, der sich Christen orientieren, lautet: Ostern wird am ersten Sonntag nach dem ersten Vollmond gefeiert, der auf die Frühlings-Tagundnachtgleiche folgt. Im kirchlichen Kalender ist dieser Tag bedingt auf den 21. März festgelegt.
Uneinigkeit der Kalender
Trotz der Einheit der Ausgangsregel weichen die Feiertage bei Orthodoxen und Katholiken oft voneinander ab. Der Grund dafür ist die Verwendung verschiedener Osterrechnungen – also verschiedener Berechnungsmethoden.
Wie in der Pressestelle der OKU betont wurde, fallen die Daten vollständig zusammen für diejenigen, die sich sowohl dem „neuen' (gregorianischen) als auch dem „alten' (julianischen) Kalender orientieren. Das historische Schisma des Christentums führte jedoch dazu, dass die katholische und die orthodoxe Kirche unterschiedliche Zeitsysteme begannen zu verwenden.
Ein Schlüsselfaktor für die Diskrepanz war der Unterschied in der Berechnung der Frühlings-Tagundnachtgleiche. Aufgrund der 13-tägigen Differenz zwischen den Kalendern verschieben sich der Zeitpunkt des Vollmonds und folglich auch das Datum des Sonntags.
Historischer Kontext
Das Fundament für die Berechnung wurde bereits im Jahr 325 auf dem Ersten Ökumenischen Konzil gelegt. Damals wurde beschlossen, dass alle Christen die Auferstehung Christi nach einer einheitlichen Formel feiern sollen: der erste Sonntag nach dem ersten Vollmond, der nach dem Tag der Frühlings-Tagundnachtgleiche eintritt.
Zu jener Zeit war die Kirche einheitlich, und genau an diese Formel war die alte Osterrechnung gebunden, deren Elemente bis heute verwendet werden. Die modernen Uneinigkeiten entstanden später, als das einheitliche Christentum zerfiel und jede Konfession auf ihre eigene Kalenderordnung zurückgriff.
Kalender für das Jahr 2027
Für Ukrainer, die den Traditionen der OKU folgen, beginnt die Vorbereitung auf das Hauptfest des Jahres 2027 bereits im März. Die Große (Oster-)Fastenzeit startet am 15. März und dauert bis zum 1. Mai. Genau in dieser Zeit bereiten sich die Gläubigen geistig auf die Begegnung mit der Auferstehung vor.
Das Helle Osterfest der Auferstehung Christi fällt im Jahr 2027 auf den Sonntag, den 2. Mai. Mit Kenntnis der Berechnungsmerkmale und der historischen Gründe für die Datumsverschiebung kann jeder seine Feiertage und die geistige Vorbereitung im Voraus planen.