---
title: "Das Paradoxon des Befehls Nr. 262: Warum die Militärärztliche Kommission Männer ohne Finger an der rechten Hand als diensttauglich einstuft"
description: "Wir analysieren das juristische Paradoxon: Warum der Verlust von drei Fingern an einer Hand gemäß Artikel 62 des Krankheitsverzeichnisses kein Recht auf vollständige Untauglichkeit für den Dienst in den Streitkräften der Ukraine begründet."
date: 2026-08-26T18:12:07.000Z
lang: de
url: https://xab.info/de/posts/paradoxon-befehl-262-mak-fehlende-finger-rechte-hand
tags: [ukraine, military, law, mobilization, medical-expertise]
publisher: "XAB.info"
---

# Das Paradoxon des Befehls Nr. 262: Warum die Militärärztliche Kommission Männer ohne Finger an der rechten Hand als diensttauglich einstuft

![Foto einer Hand eines Soldaten mit amputierten Fingern, das die umstrittenen Fälle der Einsatztauglichkeit nach Befehl Nr. 262 illustriert](https://xab.info/media/2026/08/27/paradoks-prikaza-262-vvk-ot-stvie-palcev/paradoks-prikaza-262-vvk-ot-stvie-palcev-1.webp)

## 🎯 Key Points

- Artikel 62 des Krankheitsverzeichnisses verlangt eine beidseitige Schädigung oder den Verlust des Daumens für die vollständige Streichung aus der Wehrpflicht.
- Der Verlust von 2–3 Fingern an einer Hand bei erhaltenem Daumen wird als Tauglichkeit für den Hinterlanddienst eingestuft.
- Entscheidungen der Militärärztlichen Kommission können bei der Zentralen MAK oder beim Verwaltungsgericht angefochten werden.

In den letzten Tagen wird in sozialen Netzwerken und Telegram-Kanalen ein aufsehenerregender Fall aus der Praxis der ukrainischen Militärärztlichen Kommissionen (MAK) diskutiert. Auf Fotos, die das Netz um die Welt gingen, ist die rechte Hand eines Mannes zu sehen, bei dem drei Finger – Zeige-, Mittel- und Ringfinger – amputiert wurden. Trotz der offensichtlichen Schwere der Verletzung stufte das Gutachten der MAK den Bürger als diensttauglich ein. Dies löste im öffentlichen Leben Schock aus: Wie kann ein Mensch ohne die Schlüssel Finger der dominanten Hand Kampfaufgaben erfüllen, schießen oder Technik bedienen?

### Die juristische Essenz: Was sagt Artikel 62 des Krankheitsverzeichnisses

Um die Ursache dieses „Paradoxons“ zu verstehen, müssen Emotionen beiseitegelegt und die trockenen Formulierungen der Rechtsakte herangezogen werden. Gemäß dem Befehl Nr. 402 des ukrainischen Verteidigungsministeriums (in der Fassung des Befehls Nr. 262), der die militärärztliche Begutachtung regelt, stützt sich die Bewertung der Diensttauglichkeit nicht auf das subjektive „Bequemlichkeitsgefühl“ des Menschen, sondern auf strenge anatomische Kriterien. Insbesondere gliedert Artikel 62, der sich mit Defekten der Hand und der Finger befasst, die Schwere der Beeinträchtigungen klar in Stufen.

Für den Erwerb des Status „nicht diensttauglich mit Streichung aus der Wehrpflicht“ (Punkt „a“) ist das Vorhandensein schwerwiegenderer Defekte erforderlich. Dazu gehören: vollständiger Verlust der Hand, Verlust von drei Fingern an beiden Händen gleichzeitig, Verlust von vier Fingern an einer Hand oder Verlust des ersten (Daumen-) und zweiten (Zeige-) Fingers an beiden Händen. Genau diese Kriterien bestimmen den vollständigen Funktionsverlust im Kontext der militärischen Erfassung.

[](/de/images/paradoxon-befehl-262-mak-fehlende-finger-rechte-hand-2)

### Warum die rechte Hand vor der Mobilisierung nicht schützt

In der öffentlichen Wahrnehmung hat sich der Mythos verfestigt: Da es sich um die rechte („Arbeits-“) Hand handelt, müssten die Anforderungen an sie höher sein. Im vorliegenden Präzedenzfall fehlen dem Mann zwar drei Finger, aber nur an einer Hand, wobei der Daumen erhalten geblieben ist. Gemäß der Methodik der MAK kann der Daumen, solange er vorhanden ist und dem kleinen Finger entgegengesetzt werden kann, eine minimale Greiffunktion der Hand aufrechterhalten. Dies wird als „moderate Funktionsstörung einer Extremität“ (Punkte „b“/„c“) klassifiziert, was den Menschen formal diensttauglich macht, jedoch mit strengen Einschränkungen.

### Widersprüchliche Daten

Hier entsteht der Hauptkonflikt zwischen juristischer Logik und gesundem Menschenverstand. Auf der einen Seite handelt die staatliche Maschine strikt im Rahmen der Anweisungen: Das Vorhandensein einer Restgreiffunktion (einen Stift, Dokumente, leichte Gegenstände zu halten) erlaubt es, die Verletzung als nicht dienstausschließend zu qualifizieren. Auf der anderen Seite ist es für die Zivilgesellschaft offensichtlich, dass der Verlust von drei Fingern an der rechten Hand eine schwere Verletzung ist, die eine effiziente Nutzung von Schusswaffen oder die Erfüllung von Feldeinsätzen ausschließt. Genau diese Kluft zwischen dem realen Leben und den bürokratischen Anweisungen erzeugt das Gefühl der Ungerechtigkeit.

### Wohin wird mit einer solchen Verletzung eingezogen

Wichtig ist, dass das Urteil der MAK in diesem Fall nicht die Versetzung an die Front bedeutet. Gemäß dem Gesetz darf ein Einberufener mit einer solchen Diagnose kategorisch nicht in Sturmabteilungen, Schützenkompanien oder zu Granatwerfern geschickt werden. Sein Dienstort ist die rückwärtige Versorgung: Wachen an Kontrollpunkten im tiefen Hinterland, Arbeit mit Dokumenten in TCK oder Stäben sowie Dienst in Logistiklagern, wo keine Feinmotorik beider Hände erforderlich ist. Dennoch bleibt die bloße Einberufung zum Dienst, selbst in den Hinterlandbereich, für viele unannehmbar.

### Beschwerdeverfahren und Bürgerrechte

Solange der Befehl Nr. 262 in der aktuellen Fassung gilt, werden sich ähnliche Fälle wiederholen. Bürgern, die mit der Entscheidung der primären MAK nicht einverstanden sind, bleibt es vorbehalten, ihre Rechte über höhere Instanzen zu verteidigen. Das wichtigste Schutzmittel ist die Beschwerde bei der Zentralen Militärärztlichen Kommission oder die Einreichung einer Klage beim Verwaltungsgericht. Nur über diese Kanäle kann die Korrektheit der Bewertung des Grades der Funktionsstörung der Hand angefochten und eine Änderung der Diensttauglichkeitskategorie erreicht werden.

## ❓ FAQ

### Q: Warum verleiht der Verlust von drei Fingern an der rechten Hand nicht den Status „nicht diensttauglich“?
**A:** Gemäß Artikel 62 ist für die vollständige Streichung aus der Wehrpflicht der Verlust von Fingern an beiden Händen oder der Verlust des Daumens erforderlich. Bei erhaltenem Daumen an einer Hand gilt die Greiffunktion als teilweise aufrechterhalten.

### Q: Wohin wird mit einer solchen Diagnose eingezogen?
**A:** In rückwärtige Einheiten: in Lager, in Stäbe, zur Arbeit mit Dokumenten oder zur Bewachung von Objekten im tiefen Hinterland, wo keine Verwendung von Schusswaffen erforderlich ist.

### Q: Wie kann man eine Entscheidung der Militärärztlichen Kommission anfechten?
**A:** Es muss eine Beschwerde bei der Zentralen Militärärztlichen Kommission eingereicht oder beim Verwaltungsgericht ein Antrag auf Überprüfung der Diensttauglichkeitskategorie gestellt werden.