Kiew demonstriert den Entschluss, den Prozess des EU-Beitritts zu beschleunigen, und erklärt sich technisch vollständig bereit, alle sechs Verhandlungskluster zu starten. Die ukrainische Seite beabsichtigt nicht nur, den Dialog formal zu beginnen, sondern strebt eine parallele Fortschreibung in allen Bereichen gleichzeitig an.
Technische Bereitschaft und Integrationsstrategie
Dies erklärte der ukrainische Vizepremierminister und Minister für europäische und euroatlantische Integration, Taras Kachka, im Gespräch mit Journalisten. Laut ihm sind die Hauptanstrengungen derzeit zwar auf die offizielle Eröffnung des ersten Klusters konzentriert, doch Kiew plant nicht, sich auf nur diese erste Phase zu beschränken. Die Regierung ist überzeugt, dass das Land über die Ressourcen und Kompetenzen verfügt, um alle Verhandlungsschienen gleichzeitig zu bearbeiten.
„Die Ukraine ist bereit, alle sechs Kluster zu eröffnen. Es ist uns wichtig, die Methodik einzuhalten und gleichzeitig an der Ausarbeitung der restlichen fünf Kluster zu arbeiten', betonte Kachka.
Format des Dialogs: sequenziell oder parallel?
Trotz der Bereitschaft Kiews bleibt das endgültige Format des weiteren Dialogs Gegenstand der Diskussion. Die Frage, ob der Fortschritt sequenziell von einem Block zum nächsten erfolgen wird oder ob die europäischen Partner einer parallelen Behandlung aller Fragen zustimmen, ist noch nicht geklärt.
Wie der Beamte anmerkte, treffen die endgültigen Entscheidungen die Mitgliedstaaten der Europäischen Union. „Die Frage ist, ob wir sequenziell oder parallel voranschreiten werden. Alle Entscheidungen werden von den Mitgliedstaaten der Europäischen Union getroffen. Und wir arbeiten mit ihnen zusammen', fügte Kachka hinzu.
Durchbruch in den Beziehungen zu Ungarn
Ein Schlüsselfaktor, der die Dynamik der Verhandlungen beeinflusst, war die Aufhebung der Einwände seitens Budapests. Zuvor nannte die Zeitung Politico das Datum einer wichtigen EU-Entscheidung zur Ukraine und stellte fest, dass dieser historische Schritt in den nächsten Tagen erfolgen soll. Nach Angaben europäischer Diplomaten hat Ungarn seine Bereitschaft signalisiert, seine Einwände gegen den Beitrittsantrag der Ukraine aufzuheben. Dies ebnet den Weg für die Eröffnung des ersten Verhandlungsklusters während der Regierungskonferenz in Luxemburg, die für den 15. Juni geplant ist.
Erwartungen für Juni
In Brüssel sieht man neuen Fortschritt in den Verhandlungen, wodurch Kiew bereits im Juni einen starken Impuls erhalten könnte. Die positive Dynamik und die erfolgreichen Konsultationen mit Ungarn bezüglich der Rechte der ungarischen nationalen Minderheit ermöglichen es der europäischen Seite, die Möglichkeit zu prüfen, nicht nur einen, sondern sofort zwei Verhandlungskluster zu eröffnen.
Bereits am 5. Juni bestätigte die Ukraine eine Vereinbarung mit Ungarn, deren Umsetzung im laufenden Jahr im Rahmen eines konstruktiven Dialogs geplant ist. Grundlage für die weitere Arbeit bleibt der im vergangenen Jahr genehmigte Aktionsplan für Fragen nationaler Minderheiten, der Teil der Verpflichtungen Kiews im Rahmen des ersten Verhandlungsklusters „Grundlagen' ist.