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title: "Patriarch Kirill vermeidet erneut EU-Sanktionen: Wie die Position Bulgariens und der Regierungswechsel in Ungarn das Schicksal des 21. Pakets entschieden haben"
description: "Patriarch Kirill vermeidet erneut EU-Sanktionen: Der Name des Oberhaupts der Russisch-Orthodoxen Kirche wurde auf Verlangen Bulgariens aus dem 21. Paket gestrichen 🇧🇬. Trotz des Regierungswechsels in Ungarn und der Bereitschaft Budapests zu Beschränkungen erreichte Sofia die Streichung von Patriarch Kirill und Wagit Alekperow aus der Liste. 🇪🇺🚫🇷🇺"
date: 2026-07-13T13:32:00.000Z
lang: de
url: https://xab.info/de/posts/patriarch-kirill-vermeidet-erneut-eu-sanktionen-bulgarien-21-paket
tags: [patriarch-kirill, bulgaria, eu-sanctions, victor-orban, russia]
publisher: "XAB.info"
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# Patriarch Kirill vermeidet erneut EU-Sanktionen: Wie die Position Bulgariens und der Regierungswechsel in Ungarn das Schicksal des 21. Pakets entschieden haben

![Patriarch Kirill hält eine Rede am Podium und vermeidet EU-Sanktionen dank der Position Bulgariens und Ungarns](https://xab.info/media/2026/07/13/patriarkh-kirill-izbezhal-sanktsii-es-bolgariya-21-paket/patriarkh-kirill-izbezhal-sanktsii-es-bolgariya-21-paket-1.webp)

In Brüssel wurde die Diskussion über den 21. Sanktionspaket der Europäischen Union gegen Russland abgeschlossen. Das Ergebnis war für viele Beobachter überraschend: Der Name des Moskauer und Russischen Patriarchen Kirill tauchte erneut nicht in der endgültigen Liste der restriktiven Maßnahmen auf. Obwohl diese Frage in der Vergangenheit jahrelang von Ungarn blockiert wurde, spielte diesmal die Position Bulgariens die Schlüsselrolle.

### Die Rolle der bulgarischen Diplomatie

Details zu den Verhandlungen wurden durch eine Erklärung der bulgarischen Außenministerin Vessela Petrowa bekannt. Sie sprach vor Journalisten am Rande der Sitzung des Rates der EU am 13. Juli. Laut der Beamtin hat die Diplomatie aus Sofia erreicht, was sie wollte: Die bulgarischen Einwände wurden berücksichtigt, und die Namen von Patriarch Kirill sowie des Vorstands von Lukoil, Wagit Alekperow, wurden aus dem Entwurf des Dokuments gestrichen.

Dank dieser Änderungen unterstützte Bulgarien die Einführung der im 21. Paket enthaltenen wirtschaftlichen Beschränkungen vollständig. Außerdem wurde auf Verlangen der bulgarischen Seite ein Unternehmen aus der Sanktionsliste entfernt, das Komponenten für die U-Bahn in Sofia liefert. Diese Entscheidung ermöglichte es, wichtige wirtschaftliche Verbindungen für die Infrastruktur der bulgarischen Hauptstadt zu erhalten.

### Krise des Konsenses in der EU

Ministerin Petrowa betonte, dass das Fehlen eines Einigkeitsbeschlusses bei der Annahme des Pakets nicht auf die Position Bulgariens zurückzuführen war, sondern auf andere Mitgliedstaaten. Bei der Sitzung des Ausschusses der Ständigen Vertreter (Coreper) am 12. Juli wurde kein Konsens erzielt, da zwei Länder eigene Forderungen stellten, die letztendlich nicht erfüllt wurden.

„Eine wichtige Botschaft in dieser Angelegenheit ist, dass der Schutz der nationalen Position nicht zu Isolation führt“, betonte Petrowa. Sie präzisierte, dass Griechenland auf Änderungen im Energiesektor bestand, während Österreich finanzielle Fragen anprangerte. Die Beamtin bezeichnete diese Meinungsverschiedenheiten als „private Angelegenheiten der jeweiligen Länder“.

### Paradigmenwechsel: Von Orbán zur neuen Regierung

Die Geschichte der Sanktionen gegen den Oberhaupt der Russisch-Orthodoxen Kirche hat eine lange Vorgeschichte. Jahrelang blockierte der ehemalige ungarische Ministerpräsident Viktor Orbán die Initiative, Patriarch Kirill auf die Listen aufzunehmen. Bereits im Mai 2022 erklärte er, er unterstütze solche Maßnahmen nicht, und begründete dies mit einer Bedrohung der religiösen Freiheit. In einem Schreiben an die Europäische Kommission nannte Orbán potenzielle Sanktionen einen „historischen Fehler“.

Da für die Einführung von Sanktionen in der EU eine einstimmige Entscheidung aller Mitgliedstaaten erforderlich ist, stellte die Position Budapests lange Zeit ein unüberwindbares Hindernis dar. Allerdings hat sich die politische Situation geändert. Die neue ungarische Regierung, die im Mai 2026 gebildet wurde, hat ihre Bereitschaft bekundet, der Europäischen Union zu erlauben, Beschränkungen gegen Patriarch Kirill einzuführen.

Trotzdem war es gerade Bulgarien, das im Juni die Forderung initiierte, den Namen des Patriarchen aus dem 21. Paket zu streichen. Später schloss sich Italien dieser Position an. Letztendlich gelang es, Sofia und Rom trotz der Bereitschaft Ungarns zu Sanktionen von der Notwendigkeit der Streichung zu überzeugen, was das endgültige Aussehen des Dokuments bestimmte.