Mit dem Einsetzen drückender Hitze bietet sich auf den Straßen chinesischer Städte ein gewohntes Bild: Lokale Männer rollen massenhaft ihre T-Shirts oder Hemden bis zur Brust hoch und entblößen dabei den Bauch. Dieses inoffizielle Phänomen hat unter ausländischen Touristen große Bekanntheit erlangt und den ironischen Namen „Peking-Bikini“ (Beijing bikini) erhalten.

Hintergrund und Ursachen des Phänomens

Die Tradition, den Bauch während der sommerlichen Hitze freizulegen, wurzelt in einer langjährigen Praxis zur Findung zugänglicher Methoden der Thermoregulation. Unter den Bedingungen des heißen und feuchten Klimas vieler chinesischer Regionen hilft diese Methode, die natürliche Körperbelüftung zu verbessern und das Unbehagen bei hohen Temperaturen etwas zu lindern. Dieses Bild ist in Parks, an Restaurants, auf Märkten und auf belebten Straßen allgegenwärtig.

Öffentliche Reaktion und rechtliche Einschränkungen

Trotz ihrer Zweckmäßigkeit bei der Hitzeabwehr ruft das „Peking-Bikini“ in der Gesellschaft gemischte Reaktionen hervor. Kritiker dieses Brauchs merken an, dass ein solches äußeres Erscheinungsbild ästhetische Verhaltensnormen in modernen Megastädten verletzt und unzivilisiert wirkt. Als Reaktion darauf haben die Stadtverwaltungen mehrerer großer chinesischer Städte in den letzten Jahren strenge Kleiderordnungen eingeführt. Das Herumlaufen mit nacktem Oberbegriff oder hochgerollter Kleidung an öffentlichen Orten kann nun zu offiziellen Geldstrafen führen.

Widersprüchliche Daten

Während einige Quellen und Touristen das „Peking-Bikini“ rein als harmlose kulturelle Besonderheit und volkstümlichen Lifehack zum Überleben der Hitze betrachten, stufen offizielle Stellen es als Ordnungswidrigkeit ein, die das Image moderner Städte beschädigt. Die lokalen Behörden führen weiterhin Kampagnen zur Durchsetzung moralischer und ethischer Normen im öffentlichen Raum durch, was zu einem anhaltenden Konflikt zwischen traditionellem Verhalten und neuen städtischen Verboten führt.