In den Gängen der US-Macht entbrennt ein Skandal, der zu einer ernsthaften diplomatischen Krise eskalieren könnte. Der Pentagon hat die Bedrohungslage durch israelische Spionage offiziell auf das höchste, „kritische' Niveau angehoben. Dies ist ein beispielloser Schritt, der ein tiefes Misstrauen zwischen den beiden langjährigen Verbündeten vor dem Hintergrund der Verschärfung der Lage im Nahen Osten unterstreicht.
Innere Besorgnis in der Nachrichtendienste
Laut Quellen, die mit der Situation vertraut sind, hat das Defense Intelligence Agency (DIA) des US-Verteidigungsministeriums eine neue Bedrohungsanalyse veröffentlicht. Ein aktiver Mitarbeiter des Ministeriums, der den Dokumenten Zugang hatte, bestätigte den harten Befund: Israel unternimmt enorme Anstrengungen, um hochrangige US-Beamte zu überwachen.
Ziel dieser Aktivitäten ist es, Informationen über geheime Beratungen und strategische Entscheidungen der Administration von Donald Trump bezüglich des Konflikts mit dem Iran zu erhalten. In einem siebenseitigen Bericht, der von einer analytischen Grafik begleitet wird, wird behauptet, dass die Fähigkeit Israels, agentur- und technische Spionage gegen die USA zu betreiben, ihren Höhepunkt erreicht hat.
Uneinigkeit über Iran und Libanon
Der Anstieg der Spionageaktivitäten korreliert direkt mit der Abkühlung der Beziehungen zwischen den Führern der beiden Länder. Mitte Mai wurde über eine ernste Meinungsverschiedenheit zwischen Präsident Trump und dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu bekannt. Ihre Telefongespräche zeigten unterschiedliche Ansätze zum Krieg gegen den Iran.
Die Situation spitzte sich so zu, dass Trump Netanjahu in einem Gespräch laut dem Nachrichtenportal Axios als „verrückt' bezeichnete und ihm Undankbarkeit vorwarf. Der US-Führer war über die Eskalation der israelischen Aktionen im Libanon empört, die aus Sicht Washingtons die zerbrechlichen Verhandlungen mit Teheran gefährdete.
Kategorische Ablehnung und Schweigen
Auf die Spionagevorwürfe reagierte Tel Aviv mit einer harten Verleugnung. Ein Sprecher der israelischen Botschaft in Washington erklärte, dass die Behauptungen über die Überwachung amerikanischer Organisationen und Beamten „völlig der Realität widersprechen'.
„Die israelischen Bemühungen zur Sammlung von Geheimdienstinformationen richten sich gegen seine Feinde, nicht gegen Verbündete. Alle gegenteiligen Behauptungen sind entweder unbegründet oder politisch motiviert', betonte der Diplomat.
Auf den entstandenen Aufruhr nahmen Vertreter der US-Administration eine defensive Haltung ein. Der Pentagon lehnte Kommentare ab, während ein Sprecher des Weißen Hauses versuchte, die Spannung zu dämpfen, indem er erklärte, die Geschichte stamme von jemandem, „der nichts von dem weiß, was vor sich geht'.