Das US-Verteidigungsministerium konnte 910 Millionen Dollar, die für die militärische Unterstützung der Ukraine bereitgestellt wurden, nicht fristgerecht verwenden. Dies geht aus einem Prüfungsbericht der Operation Atlantic Resolve für das erste Quartal 2026 hervor, auf den sich RBC-Ukraine bezieht.
Laut dem Dokument kann der genannte Betrag nicht mehr für die Abschluss neuer Verträge mit amerikanischen Rüstungsproduzenten verwendet werden. Die Frist für die Eingehung neuer finanzieller Verpflichtungen mit diesen Mitteln ist abgelaufen.
Wie die Mittel des USAI-Programms verteilt sind
Seit Februar 2022 hat der US-Kongress im Rahmen der Ukraine Security Assistance Initiative (USAI) 33,51 Milliarden Dollar bereitgestellt. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung des Berichts sieht die Mittelverteilung wie folgt aus:
- 19,21 Milliarden Dollar (57 % des Gesamtbetrags) wurden tatsächlich für Verteidigungsgüter und Dienstleistungen ausgegeben, die der Ukraine bis März 2026 übergeben wurden.
- 13,49 Milliarden Dollar wurden auf Industrieaufträge verteilt. Diese Mittel befinden sich in der Vertragsabwicklung und wurden noch nicht bezahlt.
- 110 Millionen Dollar wurden bereitgestellt, aber noch nicht auf konkrete Verträge verteilt.
Was mit den „verfallenen' Geldern passiert
Wichtig ist zu beachten, dass die Regeln des Pentagons kein automatisches „Verfallen' überfälliger Zuweisungen vorsehen. Obwohl 910 Millionen Dollar für neue Geschäfte gesperrt sind, können diese Mittel in den nächsten fünf Jahren zur Deckung zusätzlicher Kosten für bereits zuvor unterzeichnete Verträge herangezogen werden.
Kontext und neue Verpflichtungen der Partner
Die Ukraine Security Assistance Initiative (USAI) wurde 2014 vom US-Kongress zur Unterstützung der Verteidigungsfähigkeit der Ukraine nach der Annexion der Krim geschaffen. Im Gegensatz zum Drawdown-Programm, bei dem Waffen direkt aus den Beständen der US-Armee entnommen werden, sieht die USAI Bestellungen für neue Waffen, Ausrüstung und Munition bei amerikanischen Rüstungsunternehmen vor.
Während in den USA Schwierigkeiten bei der Verwendung eines Teils der bereitgestellten Mittel festgestellt werden, intensivieren internationale Partner weiterhin ihre Unterstützung. Am 18. Juni 2026 kündigten die Verbündeten im Rahmen der „Ramstein'-Sitzung neue Pakete militärischer Hilfe in Höhe von insgesamt rund 4 Milliarden Dollar an.
Der britische Verteidigungsminister Dan Jarvis teilte mit, dass London ein umfangreiches Paket vorbereitet, das Radaranlagen, Luftabwehrraketen und Drohnen eigener Produktion umfasst. Belgien erklärte seinerseits die Absicht, der Ukraine bis Ende 2026 sieben F-16-Kampfjets zu übergeben: Drei Flugzeuge werden einsatzbereit sein, während vier als Spender für Ersatzteile dienen sollen.