Das US-Verteidigungsministerium hat eine beispiellose Prüfung seiner Militärinfrastruktur im Nahen Osten eingeleitet. Diese umfassende Revision ist eine Reaktion auf die massiven Schäden, die während des jüngsten direkten Konflikts mit dem Iran entstanden sind, sowie auf die Notwendigkeit, die Verteidigungsstrategie im Rahmen eines unterzeichneten vorläufigen Waffenstillstands zu überdenken. Laut The Wall Street Journal muss der Pentagon zugeben, dass das bisherige Modell der Truppenstationierung in der Region des Persischen Golfs wirtschaftlich unrentabel und verwundbar geworden ist.
Zerstörungen und Pläne zur Modernisierung
Entlassene Daten aus dem Satellitenmonitoring und Berichte der Nationalen Kommission für die Zukunft der US-Marine dokumentieren eine erhebliche Verschlechterung der Stützpunktstruktur der US-Armee. Im Zentrum der Krise steht die Naval Support Activity (NSA) Bahrain in Bahrain, wo der Stab des Fünften Flottengeschwaders stationiert ist. Durch Raketenangriffe und Drohnenattacken wurden das Gebäude des Kommandozentrums, mindestens zwölf Nebengebäude und zwei Satellitenkommunikationsterminals außer Gefecht gesetzt.
Der Pentagon hat bereits einen Plan für eine radikale Umstrukturierung vorgelegt, der drei Schlüsselbereiche umfasst:
- Modernisierung in Bahrain: Der Wiederaufbau des Hauptquartiers erfolgt nach neuen Standards. Die wichtigsten Steuerungseinheiten sollen in unterirdische geschützte Bunker verlegt werden, um weitere Verluste zu vermeiden.
- Reduzierung der Präsenz im Kuwait und Saudi-Arabien: Aufgrund der enormen Kosten für die Aufrechterhaltung der Raketenabwehr erwägt die Führung des Verteidigungsministeriums die Schließung mehrerer Basen, einschließlich Camp Buehring im Kuwait.
- Minimierung im Irak und in Syrien: Dezentrale Basen werden in einen Zustand der Konservierung oder minimalen technischen Präsenz versetzt, um die Risiken für das Personal durch Angriffe nichtstaatlicher Gruppen zu verringern.
Finanzierungsanfrage und diplomatische Krise
US-Verteidigungsminister Pete Hegseth hat bereits eine Anfrage an den Kongress zur Gewährung von Soforthilfemitteln in Höhe von rund 80 Milliarden US-Dollar gestellt. Diese Mittel sind notwendig, um den Mangel an Verteidigungsmitteln auszugleichen und die logistischen Lieferketten nach den erlittenen Angriffen zu stabilisieren.
Parallel zur militärischen Umgruppierung wird eine Abkühlung der Beziehungen zwischen Washington und Riad festgestellt. Die Spannungen haben sich nach der Weigerung Saudi-Arabiens, seinen Luftraum für den Durchflug amerikanischer Flugzeuge während der aktiven Phase des Konflikts bereitzustellen, verschärft. Symbol für diese Krise wurde die Tour des Außenministers Marco Rubio: Er besuchte die VAE, Kuwait und Bahrain, unternahm jedoch keinen offiziellen Besuch in Saudi-Arabien, sondern beschränkte sich auf ein Arbeitstreffen im Rahmen des Gipfels in Manama.
Islamabad-Memorandum und Streitigkeiten um den Hormus
Die politische Lage wird durch die Unsicherheit rund um das am 17. Juni 2026 von Donald Trump und Masoud Pezeshkian unterzeichnete Islamabad-Memorandum verschärft. Das Dokument bestätigte einen 60-tägigen Waffenstillstand und die Wiederaufnahme des Schiffsverkehrs, stieß jedoch in Israel und bei Teilen des amerikanischen Establishments auf Kritik, da es keine Garantien für das iranische Atomprogramm enthält.
Besondere Spannungen entstehen durch die Frage der Schifffahrtsfreiheit. Donald Trump hat den Iran auf der Plattform Truth Social beschuldigt, versucht zu haben, unautorisierte Gebühren für den Durchgang von Schiffen durch die Straße von Hormuz zu erheben. Solche Handlungen widersprechen jedoch dem Völkerrecht. Gemäß Artikel 38 des Seerechtsübereinkommens der Vereinten Nationen von 1982 genießen alle Schiffe in für die internationale Schifffahrt genutzten Meerengen das Recht auf Durchfahrt, das nicht ausgesetzt oder an die Einführung einseitiger finanzieller Belastungen geknüpft werden darf. Washington hat seinerseits erklärt, dass es die Schifffahrtsfreiheit einseitig gewährleisten wird.