Erster Großauftrag für Laserwaffen gegen UAVs

In einer Zeit eskalierender Konflikte, in denen unbemannte Luftfahrzeuge (UAVs) zu einem Schlüsselelement der Taktik geworden sind, hat der Pentagon einen strategischen Schritt in Richtung fortschrittlicher Technologien unternommen. Die US-Armee hat mit der Firma AeroVironment Inc. einen Vertrag über mindestens 400 Millionen Dollar zur Beschaffung von gerichteten Energiesystemen – Lasern, die in der Lage sind, kleine und mittlere Drohnen effektiv zu zerstören – abgeschlossen. Diese Vereinbarung, die erstmals über die Prototypenphase hinausgeht, wird einen Wendepunkt in der Entwicklung der amerikanischen Drohnenschutzabwehr markieren.

Der Vertrag sieht die Lieferung von Dutzenden mobilen Locust-Komplexen vor, die Hochleistungslaser zur Neutralisierung von Luftbedrohungen einsetzen. Das System hat bereits unter Testbedingungen seine Wirksamkeit unter Beweis gestellt: Es kann Drohnen mit Hilfe von künstlicher Intelligenz verfolgen, identifizieren und zerstören, was es den Bedienern ermöglicht, schnell auf Bedrohungen zu reagieren, ohne teure Raketen einsetzen zu müssen.

Locust-Technologie: Wie der Laserschutz funktioniert

Das Locust-System ist ein Komplex, der Radare, optische Sensoren und ein leistungsstarkes Lasermodul kombiniert. Bei der Erkennung eines Ziels analysieren KI-Algorithmen automatisch die Flugbahn, den Typ und das Verhalten der Drohne, woraufhin der Laser auf deren verwundbare Elemente gerichtet wird – Kameras, Motoren oder Treibstofftanks. Durch die Einwirkung hoher Temperaturen verliert die Drohne entweder die Kontrolle oder wird in der Luft vollständig zerstört.

In einem Werbevideo von AeroVironment wird gezeigt, wie der Laser eine helle Flamme auf dem Rumpf der Drohne erzeugt, woraufhin diese zu Boden stürzt. Diese Methode ist nicht nur wirtschaftlich effizient, sondern reduziert auch das Risiko von Kollateralschäden – der versehentlichen Beschädigung ziviler Objekte, was besonders beim Schutz kritischer Infrastrukturen von großer Bedeutung ist.

Widersprüchliche Daten

Obwohl offizielle Quellen die Tatsache des Vertragsabschlusses bestätigen, gibt es Uneinigkeiten über den genauen Betrag und die Lieferfristen. Laut Bloomberg geht es um 400 Millionen Dollar, jedoch weisen einige Analysten darauf hin, dass die Endsumme höher sein könnte – bis zu 500 Millionen Dollar, wenn zusätzliche Module und Schulungen für das Personal einbezogen werden. Darüber hinaus bleiben die Zeitpläne für die Inbetriebnahme der ersten Systeme an den Basen unklar: Einige Quellen nennen Ende 2026, andere Anfang 2027.

Kontext: Warum dies jetzt wichtig ist

Die Entscheidung des Pentagons steht in direktem Zusammenhang mit den Erfahrungen aus den Konflikten in der Ukraine und im Iran, wo der massenhafte Einsatz von Drohnen die Verwundbarkeit traditioneller Luftabwehrsysteme offenbart hat. Teure Abfangraketen wie Patriot oder Iron Dome werden gegen billige und zahlreich eingesetzte UAVs ineffektiv. Lasersysteme bieten eine Alternative: Die Kosten für einen Schuss betragen nur wenige Dollar, was sie zur idealen Lösung für den Masseneinsatz macht.

Die Zukunft der US-Drohnenabwehr

Dieser Vertrag ist nur der Beginn eines umfassenden Modernisierungsprogramms. US-Verteidigungsminister Pete Hegseth hat dem Ministerium im vergangenen Jahr befohlen, durch die Beschleunigung der Produktion sowohl defensiver als auch offensiver Drohnen eine „Herrschaft über UAVs“ zu erreichen. Kürzlich erhielt die US-Nationalgarde die ersten mobilen Systeme von Anduril, was auf einen weitreichenden Übergang zu neuen Technologien hindeutet. In den kommenden Jahren sind noch leistungsfähigere Laserkomplexe zu erwarten, die mit autonomen Systemen und Satellitenkommunikation integriert sind.