Im US-Verteidigungsministerium (Pentagon) wurde eine umfassende bürokratische Reform durchgeführt, die den spirituellen Bereich der Armee betrifft. Verteidigungsminister Pete Hegseth initiierte die Streichung von 180 religiösen Richtungen aus der offiziellen Liste, da er das alte System als unpraktisch und umständlich erachtete. Diese Entscheidung verändert grundlegend den Ansatz zur Erfassung des Glaubens der Soldaten und sogar das äußere Erscheinungsbild des Klerus.

Kampf gegen Bürokratie zur Steigerung der Effizienz

Das Vorgängersystem war überlastet: Seelsorger mussten sich auf eine enorme Anzahl religiöser Codes stützen, von denen viele „tot' waren – seit Jahren unbesetzt, da keine Militärangehörigen diese als ihren Glauben angegeben hatten. Laut Hegseth nutzen die überwiegende Mehrheit der Soldaten traditionell nur sechs Hauptreligionscodes.

In einer Dienstanweisung erklärte der stellvertretende Verteidigungsminister Anthony Tata, dass die Kürzung der Liste notwendig sei, um die Arbeit des Arbeitsministeriums zu verbessern und Prozesse zu optimieren. Die neue Liste, die die wichtigsten Weltreligionen und größten Konfessionen umfasst, spiegelt die tatsächlichen Bedürfnisse des Personals wider.

„Die neue Liste wird den Seelsorgern klare und leicht zugängliche Informationen bieten, die es ihnen ermöglichen, die Bedürfnisse der Soldaten in Bezug auf religiöse Unterstützung besser vorherzusehen und Veranstaltungen durchzuführen, die dem persönlichen Glauben und den Praktiken der Soldaten entsprechen', so Tata.

Das geistliche Amt steht über dem militärischen Rang

Die Reform betraf nicht nur die Statistik, sondern auch die visuelle Identifikation des Klerus. Das Pentagon erließ einen Befehl, der aktive Seelsorger verpflichtet, ihre Rangabzeichen zu ändern. Nun haben auf der Uniform religiöse Symbole Vorrang vor militärischen Rängen.

Pete Hegseth begründete dies ideologisch und erklärte, dass die spirituelle Mission an erster Stelle stehen müsse. „Ein Seelsorger ist in erster Linie ein Seelsorger und erst danach ein Offizier. Diese Änderung ist eine visuelle Widerspiegelung dieser Tatsache', betonte der Leiter der Behörde.

Parallelen zur Situation in der Ukraine

Angesichts der Reformen in den USA gewinnt das Thema der Militärseelsorge auch in anderen Ländern an Aktualität. Insbesondere die Ukrainische Orthodoxe Kirche hat die Absicht bekundet, die Reihen der Militärseelsorger zu verstärken, um auf den großen Bedarf ukrainischer Kämpfer an spiritueller Unterstützung zu reagieren.

Auch im Kabinett der Minister der Ukraine wurden Änderungen in der Verordnung über die Erteilung des Mandats für die Ausübung der Militärseelsorge vorgenommen. Nun erhalten Kandidaten sechs Monate statt der bisherigen drei Monate, um einen Vertrag abzuschließen, was den Prozess der Übernahme der Position vereinfachen soll.