In der Nacht zum 21. August 2026 wurde in der russischen Stadt Perm die Raffinerie „LUKOIL-Permnefteorgsintez' angegriffen – eines der größten Raffinerieunternehmen des Landes, das zur LUKOIL-Gruppe gehört. Laut von lokalen Bewohnern in sozialen Medien veröffentlichten Aufnahmen wütet ein Großbrand auf dem Gelände: Dichte schwarze Rauchschwaden steigen weit in den Himmel, und Flammen züngeln um die Industrieanlagen. Vor Ort arbeiten Einsatzkräfte des russischen Ministeriums für Notfälle (MChS), die versuchen, das Feuer einzudämmen. Offizielle Angaben zum Ausmaß der Schäden und zu möglichen Verletzten wurden zum Zeitpunkt der Veröffentlichung nicht bekannt gegeben.

Reaktion der russischen Behörden und Aussetzung von Flugverbindungen

Die lokalen Behörden der Region Perm beschränken sich auf Meldungen über die Anzahl der abgeschossenen ukrainischen unbemannten Fluggeräte (Drohnen) und kommentieren das Trefferereignis an der Produktionsinfrastruktur der Raffinerie nicht direkt. Am Flughafen Perm wurden Flugverbindungen ausgesetzt, was bei der Gefahr eines Drohnenangriffs ein Standardverfahren ist. Auf veröffentlichten Fotos sind Feuerwehrleute in spezieller Ausrüstung mit der Aufschrift „MChS Rossii' (Ministerium für Notfälle Russlands) auf ihren Westen zu sehen, die Schläuche auf die Brandherde bei industriellen Tanks und Werkshallen richten.

Bestätigung des Angriffs durch die Ukraine

Präsident Wolodymyr Selenskyj bestätigte öffentlich den Angriff auf das Objekt in Perm. Der Sicherheitsdienst der Ukraine (SBU) bestätigte ebenfalls Berichte über Angriffe auf das Gebiet der Region Perm. Laut BBC wurde Perm zwei Tage hintereinander von Drohnen angegriffen, was auf eine gezielte Serie von Operationen zur Zerstörung der Raffinerieinfrastruktur der Region hindeutet. Das Unternehmen „LUKOIL-Permnefteorgsintez' war bereits mehrfach im Jahr 2026 Ziel von Drohnenangriffen, was auf einen systematischen Charakter der Angriffe auf dieses Objekt schließen lässt.

Serie von Angriffen im Süden Russlands: Taganrog und Kuban

Parallel zum Vorfall in Perm wurden laut Radio Liberty Drohnenangriffe auch im Süden Russlands registriert: In Taganrog brennt der Hafen, und auf der Halbinsel Krim (hier: Kuban-Region) wurde die Iljitsch-Raffinerie beschädigt. Somit kann der 21. August 2026 als Tag eines massiven Angriffs auf die Energie- und Raffinerieinfrastruktur mehrerer russischer Regionen betrachtet werden – vom Ural bis zu den südlichen Häfen.

Region Moskau: Massiver Angriff und Stromausfälle

Mittlerweile blieben in der Region Moskau nach einem massiven Drohnenangriff etwa 10.000 Menschen ohne Stromversorgung. Der Bürgermeister von Moskau, Sergei Sobjanin, erklärte, dass Hunderte von Drohnen in Richtung der Region geflogen seien, wovon Dutzende über dem Gebiet abgeschossen wurden. Das Ausmaß des Angriffs auf die Region Moskau ist vergleichbar mit den gleichzeitigen Angriffen auf Perm und die südlichen Regionen, was den koordinierten Charakter der nächtlichen Operationen unterstreicht.

Widersprüchliche Daten

Es gibt eine Reihe von Inkonsistenzen in den Versionen der beteiligten Seiten. Russische offizielle Quellen bestätigen den Treffer an der Raffinerie nicht und beschränken sich auf Berichte über die Abwehr von Drohnen, während die ukrainische Seite – von Selenskyj bis zur SBU – den Angriff direkt bestätigt und die Folgen zeigt. Das Ausmaß der Schäden an der Raffinerie wird von russischer Seite nicht offengelegt, was eine unabhängige Einschätzung des Schadens nicht ermöglicht. Darüber hinaus hatte das Medium RBK-Ukraina zuvor Informationen über einen angeblichen Plan veröffentlicht, Moskauer Flughäfen mit Tausenden von Drohnen anzugreifen, worüber Selenskyj zunächst Bedenken geäußert hatte, bevor die Vorbereitung auf die Operation eingestellt wurde. Diese Version wurde weder von Kiew noch von Moskau offiziell bestätigt und bleibt im Bereich der Berichterstattung einer einzigen Quelle.