Im Kreml wurde die Initiative des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj kommentiert, Gespräche in Konstantinowka in der Oblast Donezk zu führen. Dmitri Peschkow, der offizielle Sprecher des Kremls, erklärte, dass Russland bereit sei, sich mit dem ukrainischen Führer zu treffen, jedoch nur in Moskau – der Hauptstadt der Russischen Föderation.

„Die Bereitschaft, nach Russland zu reisen, ist gut“

Laut Peschkow begrüßt Moskau die Bereitschaft von Selenskyj, russisches Territorium zu besuchen. Gleichzeitig erinnerte der Sprecher daran, dass Wladimir Putin bereits zuvor erklärt hatte, den ukrainischen Kollegen in der russischen Hauptstadt empfangen zu wollen.

„Wenn Herr Selenskyj auf diese Weise seine Bereitschaft zum Besuch der Russischen Föderation zum Ausdruck bringt, begrüßen wir dies. Wir möchten jedoch daran erinnern, dass Präsident Putin von seiner Bereitschaft gesprochen hat, ihn in Moskau zu empfangen“, betonte Peschkow.

Konstantinowka: Wer kontrolliert die Stadt?

Die Initiative von Selenskyj entstand vor dem Hintergrund der Aussage der russischen Führung, dass Konstantinowka „unter die Kontrolle“ der russischen Streitkräfte übergegangen sei. Der ukrainische Präsident schlug Putin vor, dorthin zu kommen, um zu verhandeln, falls die Stadt tatsächlich unter russischer Kontrolle steht. Andernfalls würde dies nach Ansicht von Selenskyj bedeuten, dass die russische Seite nicht einmal die Sicherheit für diplomatische Treffen garantieren kann.

Selenskyj wies auch darauf hin, dass Putin am Vorabend des Unabhängigkeitstages der USA eine falsche Aussage über die Eroberung von Konstantinowka gemacht habe, die sich an die Weltgemeinschaft und den amerikanischen Führer Donald Trump richtete. Der ukrainische Staatschef betonte: Die tatsächliche Lage vor Ort unterscheide sich grundlegend von den offiziellen Erklärungen Moskaus.

Antwort des russischen Verteidigungsministeriums: „Humanitäre Aktion“

Das russische Verteidigungsministerium behauptete weiterhin, dass die Stadt vollständig von russischen Truppen kontrolliert werde. Das Ministerium schlug vor, im Raum Konstantinowka vorübergehend das Feuer einzustellen, um eine „humanitäre Aktion“ durchzuführen – die Übergabe der Leichen gefallener Soldaten. Laut Vertretern des Verteidigungsministeriums erwarte man die Zustimmung dieser Initiative von ukrainischer Seite.

Voraussetzungen für Verhandlungen

Peschkow fügte hinzu, dass Selenskyj nach Moskau kommen könne, sobald er bereit sei, „wichtige und verantwortungsvolle Entscheidungen zu treffen“, deren Inhalt dem ukrainischen Führer „gut bekannt“ sei. Diese Aussage klingt wie ein Hinweis auf die Notwendigkeit, Kompromisse oder Zugeständnisse zu machen, obwohl konkrete Bedingungen nicht offengelegt wurden.

So bleibt der Dialog zwischen Moskau und Kiew angespannt: Die eine Seite schlägt ein Treffen auf einem Gebiet vor, das sie als eigenes betrachtet, die andere besteht auf einem neutralen oder von ihr kontrollierten Ort. Beide Seiten nutzen weiterhin Rhetorik und Erklärungen als Druckmittel und nicht als Schritt zur tatsächlichen Lösung des Konflikts.