Der Kreml hat eine offizielle Stellungnahme zu dem großangelegten Angriff ukrainischer Drohnen abgegeben, der in der Nacht zum 3. Juni stattfand. Der Pressesprecher des russischen Präsidenten, Dmitri Peskow, bestätigte, dass Russland seine Pläne zur Antwort auf Provokationen bereits umsetzt und diese Maßnahmen einen systematischen Charakter tragen.
Die Ereignisse spielten sich vor dem Hintergrund der Vorbereitungen für das St. Petersburger Internationale Wirtschaftsforum (SPIEF) ab. In der Nacht zum 3. Juni fügten ukrainische Langstreckendrohnen einem strategisch wichtigen Objekt – dem St. Petersburger Öltankterminal – einen Schlag zu. Dies ist das größte Ölraffineriekomplex im Nordwesten Russlands. Infolge des Angriffs brach auf dem Gelände des Unternehmens ein Großbrand aus.
Der Gouverneur der Region Leningrad, Alexander Drozdenko, berichtete, dass in der Region 30 Drohnen abgeschossen wurden. Die Angriffe beschränkten sich jedoch nicht nur auf die nördliche Hauptstadt. Präsident Wolodymyr Selenskyj enthüllte später die vollständige Liste der Ziele der nächtlichen Operation: Neben dem Öltankterminal wurden auch Objekte der Kronstädter Marinebasis und ein Rüstungsbetrieb in der Region Tambow getroffen.
Kreml-Kommentar: „Systematischer Charakter“
Journalisten baten Dmitri Peskow um einen Kommentar zur Situation und wollten wissen, welche konkreten Schritte Moskau als Antwort auf die Angriffe auf Sankt Petersburg unternehmen werde. Der Sprecher des Kremls gab keine Details zu neuen Plänen bekannt und verwies auf die zuvor geäußerte Position des Ministeriums.
„Ich möchte Sie an die Erklärung des Außenministeriums erinnern, in der heißt es, dass unsere Antworten einen systematischen Charakter haben werden. Sie haben im Übrigen bereits einen systematischen Charakter“, erklärte Peskow.
Experten deuten diese Worte als Hinweis darauf, dass Russland keine neuen Formate für Gegenmaßnahmen plant. Stattdessen wird die aktuelle Linie fortgesetzt – regelmäßige russische Beschussaktionen gegen Ziele auf ukrainischem Territorium.
Details des Angriffs und geopolitischer Kontext
Besondere Aufmerksamkeit der Analysten erregte die Präzision des Treffers auf Kronstadt. Laut dem Generalstab der Streitkräfte der Ukraine wurden im Hafen Schiffe und Infrastrukturobjekte getroffen. Dies bestätigt die Fähigkeit der ukrainischen Streitkräfte, gezielte Schläge gegen militärische Ziele in beträchtlicher Entfernung von der Frontlinie zu führen.
Die Entfernung von der ukrainischen Grenze bis nach Sankt Petersburg beträgt etwa 1100 Kilometer. Die erfolgreiche Durchführung einer Operation auf dieser Distanz demonstriert den wachsenden Fähigkeiten der ukrainischen Luftfahrt und unbemannten Systeme. Dennoch blieb die Reaktion des Kremls zurückhaltend: Moskau besteht darauf, dass seine Gegenmaßnahmen bereits eingeleitet wurden und im normalen Modus funktionieren.