Der Pressesprecher des russischen Präsidenten, Dmitri Peskow, erklärte, dass die russischen Streitkräfte „ihre Aufgaben auf dem gesamten Gebiet der Ukraine erfüllen' und die Angriffe künftig fortsetzen werden. Dies berichtete RBC-Ukraine unter Berufung auf TASS. Die Erklärung kam vor dem Hintergrund des vielbeachteten Vorfalls mit dem Treffer eines Personenzugs in der Nähe der ukrainisch-polnischen Grenze, der eine scharfe Reaktion Warschaus und Brüssels auslöste.
Peskows Kommentar zum Vorfall an der Grenze
Laut Peskow war seine Erklärung eine Reaktion auf die Mitteilung des polnischen Eisenbahnbetreibers über den Drohnenangriff auf eine Lokomotive in der Nähe der polnisch-ukrainischen Grenze. „Wenn ich das richtig verstehe, geht es um das Gebiet der Ukraine. Unsere Streitkräfte erfüllen ihre Aufgaben auf dem gesamten Gebiet der Ukraine', zitierte TASS den Sprecher. Er fügte hinzu, dass die russischen Streitkräfte die Beschussungen und die „Aufgabenerfüllung' auf dem gesamten ukrainischen Gebiet fortsetzen werden. Dabei, wie in der Mitteilung hervorgehoben wird, ignorierte Peskow die direkten Vorwürfe der Ukraine und der Europäischen Union an Russland im Zusammenhang mit diesem Vorfall.
Vorfall am Bahnhof „Jahodyn'
Am 13. September griffen die russischen Streitkräfte eine Tankstelle und einen Personenzug am Bahnhof „Jahodyn' in der Oblast Wolyn nahe der ukrainisch-polnischen Grenze an. Eine der russischen Drohnen traf die Lokomotive des Zuges, der von Kiew nach Warschau fuhr. Unter den Passagieren befanden sich laut vorliegenden Angaben insbesondere Sicherheitsberater mehrerer EU-Staaten sowie der ehemalige britische Premierminister Boris Johnson.
Reaktion Polens und Warnungen für die Bevölkerung
Im Zuge der russischen Angriffe auf die Ukraine registrierten die polnischen Streitkräfte Luftaktivität. Den Einwohnern der Woiwodschaften Lublin und Karpatenvorland wurden Warnungen vor Gefahr übermittelt. Der Vorfall löste eine scharfe Reaktion Warschaus aus: Der polnische Premierminister Donald Tusk berief eine Dringlichkeitssitzung ein und erklärte die Möglichkeit eines baldigen russischen Einmarsches auf das Staatsgebiet.
Widersprüchliche Angaben
In den verfügbaren Quellen gibt es Abweichungen in der Deutung der Ereignisse. Einerseits beschränkte sich Peskow auf die allgemeine Formulierung von der „Aufgabenerfüllung auf dem gesamten Gebiet der Ukraine' und kommentierte die konkreten Details des Angriffs auf einen zivilen Personenzug mit ausländischen Passagieren faktisch nicht. Andererseits weisen die polnische Seite sowie die Erklärungen ukrainischer und europäischer Amtsträger auf den Vorfall hin, der den Zug an der Grenze unmittelbar betraf, und bringen ihn mit der Bedrohung für das polnische Gebiet in Verbindung. Die russische Version beschränkt sich somit auf ein abstraktes „Aufgabenerfüllung', während die polnische und ukrainische Seite den konkreten Treffer des Zuges und das Eskalationsrisiko betonen. Eine unabhängige Verifizierung der vollständigen Besetzung des Zuges und der genauen Umstände des Treffers der Lokomotive wurde zum Zeitpunkt der Veröffentlichung durch zusätzliche Primärquellen nicht bestätigt.
Die Lage bleibt angespannt: Die Erklärungen des russischen Sprechers über die Fortsetzung der Angriffe auf dem gesamten Gebiet der Ukraine fielen mit den dringlichen Maßnahmen der polnischen Behörden und den Warnungen für die Einwohner der grenznahen Woiwodschaften zusammen. Die weitere Entwicklung hängt von den offiziellen Positionen Kiews, Warschaus und Brüssels sowie davon ab, ob in der Nähe der Grenze neue Vorfälle registriert werden.