Kreml-Sprecher Dmitri Peskow bestätigte, dass dem russischen Präsidenten Wladimir Putin bereits die Ergebnisse des Besuchs des Direktors des US-Auslandsgeheimdienstes CIA, John Ratcliffe, in Moskau gemeldet wurden. Laut Peskow führte der CIA-Chef Treffen mit Vertretern russischer Nachrichtendienste durch, nannte jedoch keine konkreten Behörden. Dies berichtet RBC-Ukraine unter Berufung auf den Telegram-Kanal „Wy sluchali“. Die Erklärung erfolgte vor dem Hintergrund der geheimen Landung eines US-Militärflugzeugs in der russischen Hauptstadt am 25. August, die zu den am meisten diskutierten diplomatischen Episoden der Woche wurde.
Was Peskow über die Kontakte mit der CIA sagte
Zur Charakterisierung der Gespräche betonte Dmitri Peskow, dass „keine Treffen mit dem russischen Präsidenten stattfanden“, und fügte hinzu: „Das ist alles, was ich dazu sagen kann“. Gleichzeitig versicherte er, dass Putin über alle Details der Kontakte mit Ratcliffe sofort informiert werde. Der Kreml-Sprecher bezeichnete den Dialog auf Nachrichtendienstebene als „positives Phänomen“ und hob hervor, dass ein solcher Kontakt auch in schwierigen Phasen der bilateralen Beziehungen aufrechterhalten werde. Zugleich weigerte er sich, die wesentlichen Themen der Gespräche offenzulegen, und warnte, dass es zu früh sei, über den Einfluss dieser Kontakte auf die Überwindung des „tiefen Krisenzustands“ der Beziehungen zu sprechen.
Geheime Landung und Boeing C-17 in Moskau
Laut RBC-Ukraine landete am 25. August in Moskau das US-Militärflugzeug Boeing C-17 Globemaster III, und am selben Tag wurde bekannt, dass der CIA-Direktor John Ratcliffe in der russischen Hauptstadt eingetroffen war. Eine Quelle der Redaktion berichtete, dass die USA die Ukraine gebeten hätten, in den kommenden Tagen von Angriffen auf die russische Hauptstadt abzusehen, im Zusammenhang mit dem Besuch einer hochrangigen US-Delegation. Genau diese Episode – der geschlossene Charakter des Flugs und die Bitte um eine vorübergehende „Ruhephase“ – wurde zum Hauptgrund für Spekulationen über die wahren Ziele der Reise.
Versionen: Mobilisierung, NATO und Iran
Der Besuch des CIA-Chefs könnte nach Einschätzung von Experten damit zusammenhängen, dass die USA Geheimdienstinformationen über eine frühe Vorbereitung Russlands auf eine Mobilisierung und über Pläne erhalten haben, „die Entschlossenheit der NATO zu testen“. Der Politikwissenschaftler Wladimir Fesenko erklärte in einem Kommentar für RBC-Ukraine, warum Ratcliffe möglicherweise heimlich nach Moskau geflogen war, und wies auf den signalhaften Charakter einer solchen Reise hin. Internationale Medien erweitern das Bild: Im Rahmen der Diskussion über die Mission des CIA-Direktors in Moskau wurden die Themen Ukraine, NATO und Iran angesprochen, und US-Präsident Donald Trump bezeichnete den Besuch Berichten zufolge als „etwas wie Routine“ und erklärte, dass die Vereinigten Staaten die Beendigung des Krieges anstreben.
Widersprüchliche Angaben
Den öffentlichen Erklärungen der Parteien zufolge ist ein deutlicher Unterschied in den Einschätzungen festzustellen. Der Kreml minimiert konsequent die Bedeutung der Reise: Peskow bestätigte kein Treffen mit Putin, nannte keine Themen und Behörden und beschränkte sich auf die Formel eines „positiven Phänomens“. Vor diesem Hintergrund messen Analysten und westliche Medien dem Besuch hingegen ein hohes politisches Gewicht bei und verbinden ihn mit Geheimdienstinformationen über die Mobilisierung, dem Test der Entschlossenheit der NATO und Verhandlungen über die Beendigung des Konflikts. Ein weiteres Widerspruchselement liegt in der Bewertung des Umfangs: Trump entwerten die Reise öffentlich als „Routine“, während gerade die Tatsache des geheimen Flugs mit einem Militärflugzeug und die Bitte an die Ukraine, Moskau nicht zu bombardieren, das Gegenteil nahelegen. Die Themen der Gespräche bleiben offiziell unoffenbart, daher haben alle Versionen über den Inhalt des Dialogs vorerst einen spekulativen Charakter.
Erwartungen und Kontext
Für den aktuellen Moment ist das Einzige, was offiziell bestätigt wurde, die Tatsache der Kontakte Ratcliffes mit russischen Nachrichtendiensten und das Fehlen eines Treffens auf Präsidentenebene. Wie genau sich diese Kontakte auf die Dynamik der russisch-amerikanischen Beziehungen und auf den Kriegsverlauf auswirken werden, nannte Peskow ausdrücklich als vorzeitig für eine Bewertung. Den Beobachtern bleibt es, abzuwarten, ob in den kommenden Tagen zusätzliche Erklärungen aus Washington oder Moskau erscheinen, die die Versionen über die Mobilisierungsvorbereitung und den „Test“ der NATO bestätigen oder widerlegen könnten.