In einem Interview mit der Schweizer Zeitschrift Die Weltwoche hat der Pressesprecher des russischen Präsidenten, Dmitri Peskow, erneut das Thema der nuklearen Abschreckung und die Perspektiven eines globalen Konflikts angesprochen. In seinem Gespräch mit Journalisten definierte der Kreml-Vertreter die Bedingungen, unter denen Russland bereit wäre, Massenvernichtungswaffen einzusetzen, und kommentierte zudem die aktuelle Lage an der Front sowie Initiativen der ukrainischen Seite.
Drohung einer nuklearen Eskalation
Laut Peskow betrachtet Russland den Einsatz von Atomwaffen ausschließlich als Gegenmaßnahme im Falle einer direkten Bedrohung der Existenz des Staates. Gleichzeitig betonte der Pressesprecher, dass Moskau angeblich in der Lage sei, seine strategischen Ziele auf dem Schlachtfeld zu erreichen, ohne zu einer nuklearen Eskalation überzugehen. Er merkte auch an, dass Russland „sehr verantwortungsbewusst“ sei und nicht bestrebt sei, den Dritten Weltkrieg zu entfesseln, jedoch stets auf Angriffe in allen Konflikten reagiere.
„Siegreiche SMO“ und die Rolle des Westens
Während des Gesprächs sprach Peskow erneut über die sogenannte „siegreiche Spezialmilitäroperation“ in der Ukraine und behauptete, diese sei eine gezwungene Reaktion auf „Bedrohungen seitens des Westens“ gewesen. Er erklärte zudem, dass die Operation ursprünglich als begrenzt geplant war, aber durch das Eingreifen westlicher Länder zu einem vollwertigen Krieg wurde.
Vier Ratschläge für Europa
Peskow gab vier Ratschläge an die europäischen Länder, obwohl diese im ursprünglichen Text nicht detailliert wurden. Dennoch deutet die bloße Tatsache ihrer Äußerung auf einen Versuch des Kremls hin, die Haltung des Westens in Bezug auf den Konflikt in der Ukraine zu beeinflussen.
Kommentar zu Konstantyniwka
Separat kommentierte Peskow die Initiative des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj, Verhandlungen in Konstantyniwka in der Oblast Donezk durchzuführen. Der Pressesprecher des russischen Präsidenten erklärte, dass diese Stadt „unter die Kontrolle“ russischer Besatzer übergegangen sei, was den offiziellen Angaben der ukrainischen Seite und internationalen Einschätzungen widerspricht.