Im offiziellen Diskurs Russlands hat sich eine harte Debatte als Reaktion auf den jüngsten Drohnen-Vorfall in Rumänien entfaltet. Dmitri Peskow, Pressesprecher des russischen Präsidenten, kommentierte die Aussage der Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, und erklärte, dass Länder, die den Krieg verlängern wollen, kein Recht haben, von „roten Linien“ zu sprechen. Nach seiner Ansicht haben es gerade die europäischen Staaten bereits getan, indem sie alle möglichen Grenzen in diesem Konflikt überschritten haben.

Antwort auf die Aussage von der Leyens

Anlass für die scharfe Reaktion im Kreml waren die Worte der Präsidentin der Europäischen Kommission, die erklärte, Russland habe eine weitere Grenze überschritten, nachdem eine Drohne in eine Wohnbebauung in Rumänien gestürzt war. Peskow entgegnete in einem Interview mit dem Journalisten Pawel Sarubin von „Wjesti“ dieser These und wies auf die doppelten Standards der westlichen Partner hin. Er betonte, dass diejenigen, die alles tun, um die Eskalation und die Verlängerung der Kampfhandlungen zu fördern, keinen Anspruch auf die Rolle moralischer Schiedsrichter erheben können.

Position von Dmitri Medwedew

Der stellvertretende Vorsitzende des Sicherheitsrates der Russischen Föderation, Dmitri Medwedew, nahm eine noch härtere Position ein. Nach seinen Worten sollten die Länder der Europäischen Union besser von Kommentaren zum Angriff einer Drohne auf ein Wohnhaus in Rumänien absehen. Medwedew begründete seine Position damit, dass die EU-Staaten direkte Teilnehmer am Krieg gegen Russland seien, was ihnen das Recht auf Kritik an den Handlungen Moskaus nehme.

Reaktion der NATO

Während politische Führer sich gegenseitig beschuldigen, fordern Militärexperten zur Zurückhaltung auf. Giuseppe Cavo Dragone, Präsident des Militärausschusses der NATO, erklärte in einem Interview mit Bloomberg, dass Europa aufhören sollte, übermäßig auf Drohnenüberflüge in den Luftraum der baltischen Staaten und Rumäniens zu reagieren. Der Admiral beantwortete Fragen zu der Welle von Drohneneindringungen und betonte die Notwendigkeit einer ruhigen Einschätzung der Situation, trotz der Angriffe auf Wohngebäude der Verbündeten.