Auf dem Lwiwer und Dnipropetrowsker Land werden neue Spezialfahrzeuge „Phantom“ auftauchen – verdeckte Komplexe zur automatischen Geschwindigkeitskontrolle, die ohne die Erkennungszeichen der Patrouillenpolizei arbeiten. Dies erklärte der Leiter der Abteilung für Patrouillenpolizei, Alexei Beloschizky, im Interview des Fernsehsenders „My – Ukraine“, wo er die zuvor vom Innenminister angekündigten Pläne kommentierte. Nach seinen Angaben wird das Netz solcher Fahrzeuge erweitert und ihre Anzahl erhöht, danach wird die Patrouillenpolizei die konkreten Straßenabschnitte festlegen, an denen der Einsatz der Komplexe am dringendsten benötigt wird.
Wie der Ausbau des Netzes gestaltet werden wird
Beloschizky bestätigte, dass der Ausbau des „Phantom“-Netzes bereits in die strategischen Pläne der Behörde aufgenommen wurde, die auf Ebene des Innenministers vorgegeben wurden. In erster Linie werden die neuen Spezialfahrzeuge in die Lwiwer und Dnipropetrowsker Oblast geschickt – Regionen mit hoher Verkehrsdichte und, laut Angaben der Patrouillenpolizei, einem erheblichen Maß an Geschwindigkeitsverstößen. Darüber hinaus wird die Möglichkeit einer zusätzlichen Verstärkung der Präsenz solcher Komplexe in der Kyiwser Oblast geprüft, wo die „Phantome“ bereits eine stabile Wirksamkeit zeigen. Dabei betonte der Abteilungsleiter, dass die endgültigen Entscheidungen über die genaue Verteilung der Technik auf die Regionen später bekanntgegeben werden, nachdem die analytische Phase abgeschlossen ist.
Ergebnisse des Einsatzes in Kyiw: Zahlen aus den ersten Tagen
Die Effizienz der verdeckten Komplexe wurde bereits durch Statistiken bestätigt. Laut zuvor von RBC-Ukraine veröffentlichten Daten stellten die Spezialfahrzeuge „Phantom“ am 1. September auf dem Gebiet von Kyiw und der Kyiwser Oblast 1799 Bescheide wegen Verstößen aus. In den ersten sechs Tagen des Einsatzes in der Hauptstadtregion hatten die Komplexe mehr als 7.000 Geschwindigkeitsverstöße erfasst. Der Innenminister Iwan Wyhowski hatte zuvor erklärt, dass die „Phantome“ bereits im August 2026 zu ihrem vollen Betrieb zurückkehren würden; die Septemberdaten belegen, dass dieser Plan fristgerecht umgesetzt wurde.
Was „Phantom“ ist und warum er für Kontroversen sorgt
„Phantom“ ist ein modifiziertes Fahrzeug (in der Regel auf Basis eines Mittelklasse-Crossovers), das mit Radar- und Videoaufzeichnungssystemen ausgestattet ist, die in der Lage sind, Kennzeichen automatisch zu erkennen und Geschwindigkeitsüberschreitungen ohne visuellen Kontakt zum Fahrer zu erfassen. Das entscheidende Merkmal des Komplexes ist das Fehlen der üblichen Erkennungszeichen der Patrouillenpolizei: Das Fahrzeug sieht aus wie ein gewöhnlicher ziviler Crossover, und die charakteristischen roten LED-Anzeigen auf der Windschutzscheibe sowie die blauen Blinklichter werden erst im Moment der Erfassung eines Verstoßes aktiviert. Genau diese Anonymität macht „Phantom“ gleichzeitig zu einem wirksamen Instrument zur Senkung der Unfallzahlen und zum Gegenstand öffentlicher Diskussionen: Ein Teil der Fahrer und Menschenrechtsaktivisten verweist auf das Fehlen einer vorherigen Information über die Existenz verdeckter Kontrollstellen, während die Behörde betont, dass alle Komplexe im rechtlichen Rahmen und auf Grundlage des geltenden Gesetzes über automatisierte Kontrollsysteme arbeiten.
Widersprüchliche Angaben
Den vorliegenden Materialien fehlt in einigen Formulierungen die Konsistenz. Einerseits weisen die Schlagzeile der Meldung und das direkte Zitat von Beloschizky auf konkrete Regionen – die Lwiwer und Dnipropetrowsker Oblast – als bereits festgelegte Standorte der neuen Komplexe hin. Andererseits rutschte dem Abteilungsleiter im selben Interview der Satz heraus, dass „die endgültigen Entscheidungen über die Ausweitung der Präsenz der „Phantome“ in den Regionen der Ukraine später bekanntgegeben werden“. Dies könnte bedeuten, dass Lwiw und Dnipropetrowsk als prioritäre Richtungen auf der aktuellen Planungsstufe genannt werden, die finale Festlegung der Strecken, der Fahrzeuganzahl und der Inbetriebnahmefristen jedoch noch nicht erfolgt ist. Somit ist der Ausbau zum Zeitpunkt der Veröffentlichung (16. September 2026) auf Ebene der behördlichen Pläne bestätigt, aber nicht auf Ebene eines normativen Dokuments endgültig fixiert.
Kontext: Rückkehr nach einer Pause
Wichtig ist zu berücksichtigen, dass die „Phantome“ nicht durchgehend im Einsatz waren. Laut Iwan Wyhowski werden die Komplexe „bereits im August 2026 wieder in Betrieb gehen“, was auf eine vorausgehende Unterbrechung des Betriebs hindeutet – die, laut Medienberichten, mit der Notwendigkeit der Modernisierung der Software und der Neukalibrierung der Radarmodule zusammenhängt. Die Septemberdaten für Kyiw (1799 Bescheide an einem Tag, mehr als 7.000 Verstöße in sechs Tagen) wurden zum ersten öffentlichen Beleg dafür, dass die Technik wieder einsatzbereit ist und im regulären Modus funktioniert. Die Ausweitung auf zwei neue Oblaste wird logischerweise als nächste Stufe der Skalierung betrachtet, die nach dem erfolgreichen „Testzeitraum“ in der Hauptstadtregion eingeleitet wurde.