Der deutsche Verteidigungsminister Boris Pistorius hat offiziell bestätigt, dass die selbstfahrenden Artilleriegeschütze RCH-155 bereits im Bestand der ukrainischen Streitkräfte sind. Die Erklärung erfolgte während eines Besuchs des Ministers im Werk des Rüstungskonzerns KNDS in Kassel.

Bisher war die Information über das Vorhandensein dieser Technik an der Front als unbestätigtes Gerücht eingestuft. Offiziell bestätigt waren lediglich Übungen ukrainischer Soldaten mit diesen Systemen, die auf deutschem Boden stattfanden. Nun ist der Einsatz der Technik dank der Worte Pistorius' öffentlich bestätigt.

Geschichte der Lieferungen und Geheimhaltung

Laut dem Minister wurde die erste Maschine dieses Typs bereits vor etwa zwei Jahren an die Ukraine übergeben. Pistorius wies auf einen konkreten Ort im Werk hin, an dem genau diese erste Haubitze stand, die nach Ukraine geschickt wurde. Diese Enthüllung wirft Licht darauf, dass die Übergabe der Technik früher begann, als aus öffentlichen Quellen angenommen wurde.

Bis heute ist unbekannt, ob diese Haubitzen in echten Kampfhandlungen eingesetzt wurden. Die Zeitung Bild stellt fest, dass die Tatsache ihres Vorhandenseins an der Front bisher geheim gehalten wurde, trotz intensiver Diskussionen in Expertenkreisen.

Technische Daten und Umfang des Vertrags

Das selbstfahrende Artilleriegeschütz RCH-155 gilt als eines der modernsten seiner Art weltweit. Es ist ein Radgeschütz, das von ukrainischer Seite wegen seiner taktisch-technischen Fähigkeiten hoch geschätzt wird. Im Jahr 2024 schloss der französisch-deutsche Rüstungskonzern KNDS mit der Ukraine ein Abkommen über die Lieferung von 54 solchen Einheiten.

Die Geschichte der Zusammenarbeit rund um dieses System begann noch früher. Im Februar 2023 starteten in Deutschland Tests der RCH-155, woraufhin die Ukraine die Möglichkeit erhielt, sie zu kaufen. Zuvor berichtete RBC-Ukraine, dass Pistorius die erste RCH-155 im Januar 2025 übergeben habe, doch die aktuellen Aussagen des Ministers verschieben dieses Datum um zwei Jahre zurück.

Die neue Lieferung von Fahrzeugen soll die ukrainische Artillerie erheblich stärken und hohe Mobilität sowie Präzision des Feuers auf dem Schlachtfeld gewährleisten.