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title: "«Lasst sie 70.000 finden»: Pivnenko über die Pläne Russlands im Norden und die Bereitschaft der Ukraine"
description: "Generalmajor Alexander Pivnenko erklärte, dass Russland für einen großangelegten Angriff aus Belarus 70.000 Soldaten finden müsste, was angesichts der aktuellen Verluste an anderen Fronten schwierig erscheint. 🇺🇦🛡️ Trotz der Aktivität des russischen Spezialkommandos an der Grenze ist die Ukraine auf alle Szenarien vorbereitet und wird keine Wiederholung der Ereignisse von 2022 zulassen."
date: 2026-06-22T17:40:00.000Z
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# «Lasst sie 70.000 finden»: Pivnenko über die Pläne Russlands im Norden und die Bereitschaft der Ukraine

![Generaloberst Serhij Pivnenko in militärischer Uniform vor ukrainischer Flagge und Wappen, diskutiert Russlands Pläne im Norden und die Bereitschaft der Ukraine](https://xab.info/media/2026/06/22/pivnenko-o-planah-rf-na-severe-i-gotovnosti-ukrainy/pivnenko-o-planah-rf-na-severe-i-gotovnosti-ukrainy-1.webp)

Die Lage an der nördlichen Front bleibt angespannt, doch das ukrainische Kommando behält sein Vertrauen in die Fähigkeit, mögliche Provokationen einzudämmen. Trotz aktiver Aktionen russischer Kräfte an der Grenze ist man in Kiew der Ansicht, dass der Kreml zur Organisation eines vollwertigen großangelegten Angriffs aus Belarus Ressourcen mobilisieren müsste, die ihm möglicherweise fehlen.

Dies erklärte Generalmajor Alexander Pivnenko, Befehlshaber der Nationalgarde der Ukraine, in einem Interview mit der Agentur „Interfax-Ukraine“. Nach seinen Worten wird die Strategie des Gegners im Norden wahrscheinlich darauf abzielen, die ukrainischen Streitkräfte zu zerren und eine Grundlage für ein weiteres Vordringen ins Landesinnere zu schaffen.

### Das Problem der gegnerischen Truppenstärke

Pivnenko betonte, dass der Feind für die Umsetzung solcher ehrgeiziger Pläne erhebliche menschliche Reserven benötigen würde. Der Generalmajor schloss nicht aus, dass Russland versuchen wird, die notwendigen Kräfte zu finden, drückte jedoch die Zuversicht aus, dass die ukrainische Seite alles Mögliche tun werde, um diesem Prozess entgegenzuwirken.

„Die Hauptaufgabe des Feindes besteht darin, unsere Kräfte zu zerren, um schneller ins Landesinnere vorzudringen. Aber dafür werden ebenfalls Kräfte benötigt – lasst sie 70.000 Soldaten finden, die operieren können – lasst sie es versuchen. Wir werden uns bemühen, dass sie diese nicht finden“, erklärte der Befehlshaber der Nationalgarde.

Gleichzeitig stellte der General fest, dass Russland derzeit mit ernsthaften Problemen an anderen Frontabschnitten konfrontiert ist, insbesondere in Richtung Pokrowsk, wo die Verluste der gegnerischen Infanterie weiterhin hoch sind. Dies wirft die Fähigkeit Moskaus in Frage, schnell neue Truppenverbände für einen Angriff im Norden zu organisieren.

### Lage an der Grenze und die Rolle von Belarus

Der Befehlshaber der Nationalgarde bestätigte, dass das russische Zentrum für Spezialkräfte „Senesch“ bereits in der Nähe der ukrainischen Grenze im Tschernihiwer Sektor operiert. Die Einheiten der Nationalgarde führen jedoch gemeinsam mit anderen Komponenten der Verteidigungskräfte weiterhin Aufgaben zum Schutz der Grenzen durch.

Besonderes Augenmerk wird auf den Einsatz von unbemannten Fluggeräten und die rund-um-die-Uhr-Überwachung der Lage gelegt. Pivnenko versicherte, dass die ukrainischen Streitkräfte bereit sind, falls der Gegner einen Ausbruch im Tschernihiwer oder Tschernobyl-Sektor plant. „2022 wird sich hier nicht wiederholen“, betonte er.

Die Frage eines möglichen Einsatzes von Belarus in Kampfhandlungen ist angesichts der gegenseitigen Erklärungen der Staatsführer erneut aktuell geworden. Der Befehlshaber der Drohnensysteme Robert „Madyar“ Browdy teilte mit, dass die ukrainischen Streitkräfte bereits Hunderte potenzieller Ziele auf dem Territorium der Nachbarrepublik identifiziert haben. Als Antwort drohte Alexander Lukaschenko mit einem Schlag gegen ein „sehr ernstes“ Ziel in der Ukraine.

Trotzdem verzeichnen Analysten des Instituts für Kriegsstudien (ISW) bisher keine Anzeichen für die Vorbereitung eines neuen Landangriffs von belarussischem Territorium aus. Experten gehen davon aus, dass Russland das Territorium der Republik vorrangig für Angriffe auf die westlichen Regionen der Ukraine nutzen könnte, doch eine vollwertige Landoperation erfordert Ressourcen, die derzeit knapp sind.