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title: "«Plan B» für Kiew: Bankowa lehnt Klitschkos Absetzung ab und bereitet ein spezielles «Kabinett» vor — Was das für den Winter der Hauptstadt bedeutet"
description: "Vor der Heizperiode diskutierte die Bankowa Klitschkos Entlassung, wählte jedoch einen anderen Weg — die Schaffung eines speziellen «Kabinetts» für Kiew. Die Hauptstadt geht mit beschädigten HKW und unvollendeten Reserven in den Winter."
date: 2026-11-02T05:05:17.575Z
lang: de
url: https://xab.info/de/posts/plan-b-fuer-kiew-bankowa-lehnt-entlassung-ab
tags: [kyiv, klitschko, zelensky, energy-crisis, ukraine, winter-preparation, kyyiv-mayor, bankova]
author: "Alexander Buran"
publisher: "XAB.info"
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# «Plan B» für Kiew: Bankowa lehnt Klitschkos Absetzung ab und bereitet ein spezielles «Kabinett» vor — Was das für den Winter der Hauptstadt bedeutet

![Wolodymyr Selenskyj und Witalij Klitschko vor dem Hintergrund beschädigter Kiewer Infrastruktur und Rauch](https://xab.info/media/2026/11/02/plan-b-dlya-kieva-bankovaya-otklonila-otstranenie-klichko/plan-b-dlya-kieva-bankovaya-otklonila-otstranenie-klichko-1.webp)

## Kernpunkte

- Die Bankowa diskutierte Klitschkos Absetzung als KGGA-Chef, doch die Mehrheit des Präsidialteams sprach stattdessen für ein spezielles beratendes «Kabinett» für Kiew
- Kiew geht mit beschädigten HKW und unvollendetem Bau von Reserve-Wärmequellen in den Winter 2026/2027; eigene Erzeugungskapazitäten sind teilweise verloren
- RBK-Ukraine-Gesprächspartner schließen lang anhaltende Stromausfälle, Heizungsausfälle und U-Bahn-Stopps je nach Angriffen und Wetter nicht aus
- Klitschko nannte die Ereignisse eine «sehr seltsame Geschichte» und erklärte, dass nicht nur die Stadt für die Winterbereitschaft verantwortlich ist

Die Heizperiode 2026/2027 ist für Kiew nicht nur zu einer technischen, sondern auch zu einer politischen Bewährungsprobe geworden. Die öffentliche Anschuldigung von Präsident Wolodymyr Selenskyj am 13. Oktober bezüglich unzureichender Vorbereitungen der Hauptstadt auf russische Angriffe auf die Energreinfrastruktur hat eine Kette von Ereignissen ausgelöst, die die Beziehungen zwischen dem Präsidialamt und dem Rathaus wochenlang verschärften. Dem Portal RBK-Ukraine zufolge erwog das Umfeld des Präsidenten ein radikales Szenario — die Entlassung von Witalij Klitschko als Leiter der Kiewer Stadtverwaltung —, das jedoch keine Unterstützung bei der Mehrheit der einflussreichen Teammitglieder fand. Stattdessen, so Informationen des Mediums, schlug Selenskyj vor, ein spezielles beratendes «Kabinett» für Kiew beim Ministerrat mit rund zehn Personen einzurichten. Der Bürgermeister nannte die Vorgänge daraufhin eine «sehr seltsame Geschichte» und erklärte, dass nicht nur die Stadtverwaltung für die Winterbereitschaft der Stadt verantwortlich sei.

### Öffentliche Anschuldigung und Konsultationen hinter verschlossenen Türen

Am 13. Oktober 2026 erklärte Selenskyj in einer öffentlichen Rede, dass selbst Grenz- und Frontregionen die Pläne zur Energieresilienz besser umsetzen als die Hauptstadt. Der Präsident wies darauf hin, dass nach russischen Angriffen ein großer Teil Kiews ohne Strom und Wasser bleibt, und kündigte Entscheidungen an, die nicht nur die Stärkung des Schutzes von Energieanlagen, sondern auch eine Änderung der Ansätze zur Stadtverwaltung beinhalten würden. Am selben Tag führte Selenskyj laut RBK-Ukraine Konsultationen mit Vertretern des Sicherheitssektors, der Wirtschaft und der kommunalen Selbstverwaltung. Zu seinen Gesprächspartnern gehörten der ehemalige SBU-Chef Wassyl Maljuk, der Geschäftsmann Kostjantyn Jefimenko und der Bürgermeister von Charkiw, Ihor Terechow. Diese Treffen schürten sofort Gerüchte, dass der Präsident beabsichtige, Klitschko einen ernsthaften Gegner auf dem administrativen Feld Kiews entgegenzustellen, zumal der amtierende Chef der Kiewer Militärverwaltung, Andrij Tkatschow, keine nennenswerte öffentliche Aktivität zeigt.

### Entlassung auf der Agenda: Wer ist dafür, wer dagegen

Informationen zweier unabhängiger RBK-Ukraine-Quellen zufolge wurde im Umfeld des Präsidenten tatsächlich das Szenario einer Entlassung Klitschkos von der Leitung der Kiewer Stadtverwaltung (KGGA) diskutiert. Einer der Befürworter dieser Idee war nach Angaben von Gesprächspartnern des Mediums der ehemalige Leiter des Präsidialamtes, Andrij Jermak. Die Mehrheit der einflussreichen Mitglieder des Präsidententeams — sowohl direkt auf der Bankowa als auch außerhalb — sprach sich jedoch kategorisch dagegen aus. Der Grund war nicht nur die politische Unzweckmäßigkeit eines solchen Schrittes, sondern auch die konkreten rechtlichen und administrativen Konsequenzen, die die Entscheidung hinsichtlich der Neuverteilung von Befugnissen praktisch bedeutungslos machen würden.

### Rechtliche Sackgasse: Warum man den Bürgermeister nicht einfach «absetzen» kann

Das Kernproblem liegt in der Verwaltungsstruktur Kiews. Einer Entscheidung des Verfassungsgerichts zufolge muss der von den Kiewern gewählte Bürgermeister auch die Stadtverwaltung anführen. Formell wird der Leiter der KGGA vom Präsidenten ernannt, aber juristisch ist diese Position an das Mandat des Bürgermeisters gekoppelt. Selbst wenn Klitschko von der Leitung der KGGA entbunden wird, behält er die Befugnisse des gewählten Bürgermeisters und den Einfluss auf den Stadtrat — ein Gremium, das von den Kiewern gewählt wurde und weder dem Präsidenten noch der Militärverwaltung unterstellt ist. Somit entzieht die Absetzung von der KGGA dem Bürgermeister keinen einzigen echten Hebel der Stadtverwaltung, sondern schafft lediglich eine zusätzliche Quelle institutioneller Konflikte. Genau dieses Argument war Quellen zufolge ausschlaggebend für die Verwerfung des radikalen Szenarios.

### «Kabinett» statt Entlassung: Was die Zentralregierung vorbereitet

Ein alternatives Szenario, über das RBK-Ukraine berichtet, sieht die Schaffung eines speziellen Organs bei der Regierung vor — eines «Kabinetts» für Kiew. Dem Medium zufolge könnte der neue Mechanismus etwa ein Dutzend Teilnehmer umfassen und einen Konsultativ- oder Beratungsstatus haben. Das bedeutet, dass er weder die KGGA noch den Stadtrat oder die Militärverwaltung ersetzen wird, sondern als zusätzliche Koordinierungsschicht zwischen den Zentralbehörden und den städtischen Strukturen fungieren soll. Die konkrete Zusammensetzung, das Reglement und die Befugnisse des «Kabinetts» wurden zum Zeitpunkt der Materialerstellung nicht bekannt gegeben. Gesprächspartner des Mediums charakterisieren es als Instrument, das der Bankowa ermöglicht, Einfluss auf die Kiewer Agenda zu behalten, ohne direkt mit gewählten kommunalen Institutionen zu kollidieren.

### Energiebilanz: Was für den Winter wirklich bereit ist

Hinter der politischen Konfrontation verbirgt sich eine konkrete technische Realität. Die Hauptstadt geht mit beschädigten Heizkraftwerken und unvollendeten Großprojekten für Reserve-Wärmequellen in die neue Heizperiode. Laut RBK-Ukraine hat Kiew mehr Reserveausrüstung als in der Vorsaison angesammelt, doch wichtige Infrastrukturprojekte — insbesondere der Bau großer Reserve-HKW — bleiben unvollendet. Infolge russischer Angriffe auf die Energieinfrastruktur hat die Hauptstadt einen erheblichen Teil ihrer eigenen Stromerzeugung verloren und ist abhängiger von Stromlieferungen aus anderen Regionen des Landes geworden. Das bedeutet, dass Kiew bei wiederholten massiven Angriffen auf Erzeugungs- oder Übertragungsanlagen die Verluste nicht in dem Maße durch interne Reserven kompensieren kann, wie es vor Kriegsbeginn geplant war.

### Winterszenarien: Von Heizungsausfällen bis zum Stillstand der U-Bahn

Gesprächspartner von RBK-Ukraine schließen nicht aus, dass der Winter 2026/2027 für die Kiewer härter werden könnte als der vorherige. Zu den möglichen Szenarien gehören lang anhaltende Stromausfälle, Störungen der Wärmeversorgung in einzelnen Bezirken und die Einstellung des U-Bahn-Betriebs. Konkrete Folgen hängen nach Einschätzung von Quellen von zwei Variablen ab: der Intensität und Präzision weiterer russischer Angriffe auf die Energieinfrastruktur sowie den Wetterbedingungen — sollte der Winter anomal kalt ausfallen, vervielfacht sich die Last auf die verbleibenden Wärmequellen. Das Rathaus betont seinerseits, dass nicht nur die Stadtverwaltung, sondern auch die Zentralbehörden und Netzbetreiber für die winterliche Bereitschaft der Stadt verantwortlich sind, womit ein Teil der Verantwortung für mögliche Ausfälle faktisch auf die Staatsebene verlagert wird.

### Klitschkos Position: «Eine sehr seltsame Geschichte»

Witalij Klitschko äußerte sich öffentlich zu der Situation und nannte sie eine «sehr seltsame Geschichte». Berichten von «Gaseta.Ru» zufolge wurde der Bürgermeister zu einer Sitzung der Werchowna Rada vorgeladen wegen der Behauptungen, er habe die Wintervorbereitungen der Stadt vermasselt. Klitschko erklärte, man wolle ihn seines Amtes entheben, und vertrat den Standpunkt, dass die Verantwortung für die Energieresilienz der Hauptstadt nicht nur bei der Stadtverwaltung liege. Damit bleibt die öffentliche Rhetorik beider Seiten polarisiert: Die Bankowa beharrt auf der Notwendigkeit, die Ansätze zur Stadtverwaltung zu ändern, während das Rathaus die These des «Versagens» zurückweist und auf systemische Einschränkungen hinweist, die über die kommunalen Befugnisse hinausgehen. Die Lösung dieses Konflikts — oder seine weitere Eskalation — wird davon abhängen, wie schnell das angekündigte «Kabinett» formalisiert und in Betrieb genommen wird und welche konkreten Entscheidungen zum Schutz der Energieanlagen vor den ersten starken Fröschen getroffen werden.

## Die Angaben gehen auseinander

### Klitschkos Status und das Kiewer Verwaltungsszenario

- **RBK-Ukraine-Quellen im Präsidialumfeld:** Klitschkos Entlassung von der KGGA wurde diskutiert, erhielt jedoch keine Mehrheitsunterstützung; stattdessen wurde ein spezielles beratendes «Kabinett» bei der Regierung vorgeschlagen ([rbc.ua](https://www.rbc.ua/ukr/news/zelenskiy-shukae-plan-b-kieva-shcho-bude-1793562041.html))
- **Witalij Klitschko:** Er soll seines Bürgermeisteramtes enthoben werden; er charakterisiert die Vorgänge als «sehr seltsame Geschichte» und weist darauf hin, dass nicht nur die Stadt für die Winterbereitschaft verantwortlich ist ([gazeta.ru](https://www.gazeta.ru/politics/2026/10/13/long-23698033.shtml))

*Worin sie übereinstimmen:* Selenskyjs öffentliche Anschuldigung wegen unzureichender Kiewer Wintervorbereitung am 13. Oktober 2026 und das Bestehen politischer Spannungen zwischen Bankowa und Rathaus werden von beiden Seiten bestätigt

## Faktencheck und Quellen

- [Зеленский ищет "план Б" для Киева. Что будет с Кличко и выдержит ли столица тяжелую зиму](https://www.rbc.ua/ukr/news/zelenskiy-shukae-plan-b-kieva-shcho-bude-1793562041.html) - Primärquelle: Selenskyjs öffentliche Erklärung vom 13.10.2026, Konsultationen mit Maljuk/Jefimenko/Terechow, Diskussion über Klitschkos Entlassung, Kabinettsvorschlag, Zustand der Energieinfrastruktur, Winterszenarien. Alle Kernfakten des Artikels basieren auf dieser Quelle.
- ["Мы не сможем устоять": Зеленский откровенно рассказал о скандале с Трампом](https://glavred.info/politics/my-ne-smozhem-ustoyat-zelenskiy-otkrovenno-rasskazal-o-skandale-s-trampom-10805219.html) - Das NBC-Interviewthema zu Trumps Position überschneidet sich nicht mit den Fakten des Artikels über Kiewer Verwaltung und Wintervorbereitung. Nicht im Text enthalten.
- [«Очень странная история». Кличко заявил, что его хотят снять с поста мэра Киева](https://www.gazeta.ru/politics/2026/10/13/long-23698033.shtml) - Bestätigt Klitschkos öffentliche Reaktion: Vorladung in die Werchowna Rada, Erklärung über den Versuch, ihn seines Amtes zu entheben, Charakterisierung der Situation als «sehr seltsame Geschichte». Für den Block zur Position des Rathauses verwendet.
- [Зеленский: Украина получила от Польши помощь для защиты Киева](https://www.pravda.com.ua/rus/news/2026/10/15/8058237/) - Angaben über polnische Hilfe zum Schutz Kiews sind in der Quelle nicht detailliert und nicht Teil der Hauptfakten des Artikels. Nicht im Text enthalten.

## Häufige Fragen

### Wurde Klitschko als Leiter der KGGA entlassen?

Nein. Laut RBK-Ukraine wurde die Entlassung im Umfeld des Präsidenten diskutiert, aber die Mehrheit der einflussreichen Teammitglieder sprach sich dagegen aus. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung (2. November 2026) behält Klitschko sein Amt.

### Was ist das «Kabinett» für Kiew und wer wird ihm angehören?

Informationen von RBK-Ukraine zufolge schlug Selenskyj vor, ein spezielles Gremium mit Konsultativ- oder Beratungsstatus bei der Regierung aus etwa zehn Personen zu schaffen. Konkrete Zusammensetzung und Reglement wurden bei Veröffentlichung nicht genannt.

### Wie gut ist Kiew auf den Winter 2026/2027 vorbereitet?

Die Stadt hat mehr Reserveausrüstung als im Vorjahr angesammelt, jedoch ist der Bau großer Reserve-Wärmequellen unvollendet und ein Teil der eigenen Stromerzeugung durch russische Angriffe verloren gegangen. RBK-Ukraine-Gesprächspartner schließen lange Ausfälle und Heizungsstörungen nicht aus.

### Warum kann man Klitschko nicht einfach seines Amtes entheben?

Einer Verfassungsgerichtlichen Entscheidung zufolge muss der gewählte Bürgermeister die KGGA leiten. Selbst eine Entlassung von der KGGA entzieht Klitschko weder seine Bürgermeisterbefugnisse noch seinen Einfluss auf den Stadtrat, was diesen Schritt rechtlich und administrativ ineffektiv macht.