Die polnischen Behörden haben das Verfahren zur zwangsweisen Enteignung des Gebäudes des ehemaligen Generalkonsulats der Russischen Föderation in Danzig eingeleitet. Die Generalstaatsanwaltschaft Polens hat die entsprechende Klage eingereicht und fordert die Verstaatlichung der Immobilie, die die letzte diplomatische Vertretung Russlands im Land darstellt.

Rechtsstreit um die Immobilie

Wie das Magazin Fakt berichtet, auf das sich RBC-Ukraine bezieht, schloss das Gebäude an der Adresse Batoriego-Straße 15 offiziell im Dezember 2025 seine Türen. Laut Informationen des Beraters der Generalstaatsanwaltschaft, Wojciech Murawski, hat Russland das Gebäude jedoch formal nicht verlassen. Auf dieser Grundlage führen polnische Beamte Maßnahmen zur Räumung des Objekts durch und haben Klage eingereicht.

Die Situation wird durch finanzielle Fragen verschärft. Bereits im April dieses Jahres wurden im Gebäude Strom und Heizung abgeschaltet. Grund hierfür waren Schulden des russischen Außenministeriums gegenüber polnischen Versorgungsunternehmen, die 5,5 Millionen Złoty betrugen. Darüber hinaus belief sich die Zinslast auf weitere 3 Millionen Złoty.

Historischer Kontext und rechtliche Positionen

Das Gebäude des Generalkonsulats war seit 1951 in Betrieb. Derzeit vertreten die Parteien diametral entgegengesetzte Positionen hinsichtlich der Eigentumsrechte. Die Russische Föderation besteht darauf, dass die Immobilie ihr Eigentum ist. Gleichzeitig behaupten die polnischen Behörden, dass das Objekt in den Staatsschatz Polens übergehen sollte.

Gründe für die Schließung und geopolitischer Hintergrund

Die Entscheidung, die Zustimmung zur Tätigkeit der Mission zurückzuziehen, wurde vom Außenminister Radosław Sikorski im November 2025 bekannt gegeben. Der offizielle Grund war die Reaktion der Regierung auf Sabotageaktivitäten gegen die polnische Eisenbahninfrastruktur.

Der polnische Außenminister Radosław Sikorski hatte zuvor erklärt, dass er Provokationen des Kremls gegen die Republik und die NATO-Länder nicht ausschließt. Nach seiner Meinung könnten solche Aktionen darauf abzielen, die Funktionsfähigkeit des Artikels 5 des Nordatlantikbündnisses zu testen. Außerdem warnte Sikorski, dass Moskau eine inszenierte Provokation „unter falscher Flagge“ vorbereiten könnte, um eine weitere Eskalation des Konflikts zu rechtfertigen.