Die polnische Marine unternimmt einen entscheidenden Schritt zur Stärkung ihrer Verteidigungsfähigkeiten in der Ostsee. Am Donnerstag, dem 29. Juni, unterzeichnet Warschau offiziell einen umfassenden Vertrag über den Kauf modernster U-Boote schwedischer Bauart. Dieser Deal wird ein zentrales Element des ehrgeizigen Modernisierungsprogramms der Flotte namens „Orka“.
Die Unterzeichnung des Dokuments findet in feierlicher Atmosphäre direkt an Bord des Fregatten ORP Kościuszko statt. Lieferant der U-Boote ist der schwedische Rüstungsriese Saab. Die Kosten des Vertrags für die ersten drei Schiffe werden auf 20 Milliarden Złoty geschätzt. Es wird erwartet, dass das erste moderne U-Boot im Jahr 2030 in der polnischen Flotte in Dienst gestellt wird.
Technologie für die Ostsee
Die bestellten Schiffe gehören zur neuesten schwedischen Serie von nicht-nuklearen Angriff-U-Booten der fünften Generation, die von der Firma Saab Kockums entwickelt wurden. Diese U-Boote wurden unter Berücksichtigung der spezifischen geografischen Bedingungen der Region konzipiert. Sie sind für geheime Operationen in flachen Küstengewässern ausgelegt und funktionieren effektiv unter den schwierigen Bedingungen der Ostsee.
Ausbildung der Besatzungen und „Lückenfüller“
Obwohl das erste Kampfu-Boot erst in einigen Jahren in Polen eintreffen wird, beginnt die Ausbildung der Besatzungen bereits viel früher. Um die Kontinuität des Trainings zu gewährleisten, wird Schweden Warschau ein spezielles Schulungsschiff übergeben, das in militärischen Kreisen als „gap filler“ (Lückenfüller) bezeichnet wird. Dies ist ein älteres Modell, das es polnischen U-Bootfahrern ermöglichen wird, die komplexen Steuerungssysteme der zukünftigen U-Boote vom Typ A26 zu beherrschen, bevor diese eintreffen.
Strategischer Kontext
Das heutige Abkommen festigt die Verteidigungspartnerschaft zwischen Warschau und Stockholm, die im November 2024 ihre strategische Partnerschaft wieder aufgenommen hat. Das Hauptziel der Zusammenarbeit ist die maritime Eindämmung von Aggressionen seitens Russlands.
Im Rahmen des Kurses auf Unabhängigkeit von den USA erweitert Polen auch die Zusammenarbeit mit anderen Verbündeten. Kanada wird die polnische Armee mit taktischen Funkgeräten eigener Herstellung neu ausrüsten. Darüber hinaus bereiten London und Warschau die Unterzeichnung eines neuen Sicherheitsabkommens vor, das eine Erweiterung der militärischen Zusammenarbeit, die Entwicklung von Luftabwehrsystemen und die gemeinsame Bekämpfung von Cyberangriffen vorsieht.
Reaktion der Gesellschaft
Trotz der aktiven Militarisierung und der umfangreichen Waffenkäufe bleiben die Stimmungslagen in der Gesellschaft zurückhaltend. Laut jüngsten Umfragen ist die Mehrheit der polnischen Bürger nicht auf einen Krieg vorbereitet. Statistiken zeigen, dass viele Einwohner nicht einmal wissen, wo sich das nächste Luftschutzbunker befindet, und 47 % der Befragten gaben an, nicht zur Mobilmachung in die Armee des Landes bereit zu sein.