Das polnische Verteidigungsministerium hat einen internationalen Wettbewerb zur Beschaffung und Erprobung von unbemannten Luftfahrzeugen einer neuen Klasse ausgeschrieben. Es handelt sich um spezialisierte Interzeptor-Drohnen, die zur Zerstörung feindlicher UAVs bestimmt sind, die für Aufklärung, Beobachtung und Luftangriffe eingesetzt werden.

Technische Anforderungen: Geschwindigkeit und kinetischer Schlag

In den veröffentlichten Spezifikationen haben die polnischen Streitkräfte klare Parameter für die gewünschte Plattform festgelegt. Das System muss im vollständig autonomen Modus „Feuer und Vergessen“ arbeiten. Die primäre Methode zur Bekämpfung von Zielen ist der kinetische Aufprall, vorzugsweise unter Verwendung einer Sprengladung.

Die Drohne muss in der Lage sein, rund um die Uhr zu operieren. Eine wichtige Bedingung ist der Sicherheitsalgorithmus: Wenn das Ziel verloren geht, muss das System die Mission automatisch abbrechen und landen.

Die wichtigsten Merkmale, die von den Teilnehmern des Wettbewerbs demonstriert werden müssen:

  • Maximale Fluggeschwindigkeit – mindestens 150 km/h;
  • Reichweite – ab 1,5 km;
  • Entfernung zur Zielerkennung – ab 200 Metern;
  • Gewicht der Plattform – maximal 2 kg;
  • Bereitschaft zum Start – 12 Sekunden;
  • Einsatzfähigkeit bei Windgeschwindigkeiten bis zu 12 m/s.

Einschränkungen bezüglich Herkunft und Standards

Ein wichtiges Auswahlkriterium ist die geografische Herkunft der Produktion. Die Plattformen müssen in Ländern der Europäischen Union oder der NATO hergestellt werden. Die Organisatoren des Wettbewerbs legen zudem Priorität auf Lösungen mit Software, die eine polnische Benutzeroberfläche bietet.

Zudem müssen die Hersteller strengen Qualitätsstandards entsprechen, insbesondere ISO 9001 oder AQAP (Qualitätsstandards für die Rüstungsindustrie).

Kontext: Beschleunigung der militärischen Modernisierung

Die Beschaffung solcher Systeme fügt sich in die allgemeine Strategie Polens ein, die Verteidigungsfähigkeit aktiv zu stärken. Im Rahmen des Programms „Ost-Schild“ beschleunigt das Land die militärische Ausbildung der Bevölkerung. Nach neuesten Angaben haben sich mehr als 20.000 Personen für freiwillige Übungen angemeldet, was einen Rekord für die Republik darstellt.

Die Infrastrukturmaßnahmen verlaufen jedoch mit gemischtem Erfolg. In den letzten sechs Monaten wurden im Rahmen des „Ost-Schild“-Programms lediglich ein Kilometer einer vollständigen Schutzlinie errichtet, obwohl der Gesamtplan die Schaffung eines Verteidigungsgürtels mit einer Länge von 700 km vorsieht.