---
title: "Geschichte als Beitrittsvoraussetzung: Der Marschall des polnischen Sejms stellt harte Forderungen an die Ukraine"
description: "🇵🇱 Der Marschall des polnischen Sejms, Włodzimierz Czarzasty, erklärte, dass die Ukraine ihre Geschichte neu bewerten muss, um der EU beizutreten. Der Politiker betonte, dass die EU kein „Geldautomat', sondern ein Wertesystem ist, und forderte die offizielle Anerkennung der Wolhynien-Tragödie als Völkermord. 🇺🇦 📉 Gleichzeitig hob Czarzasty den Beitrag der Ukrainer zur polnischen Wirtschaft hervor (2,7 % des BIP) und verurteilte die sozialen Spannungen. Polen bot zudem Hilfe bei der Organisation von Wahlen in der Ukraine an. 🗳️ 📍 Am 7. August wurden gemeinsame Exhumierungsarbeiten in Wolhynien abgeschlossen. #Polen #Ukraine #EU #Geschichte"
date: 2026-08-10T16:28:02.000Z
lang: de
url: https://xab.info/de/posts/polen-ukraine-geschichte-eu-voraussetzungen
tags: [poland, ukraine, eu, history, politics, volhynia, economy]
publisher: "XAB.info"
---

# Geschichte als Beitrittsvoraussetzung: Der Marschall des polnischen Sejms stellt harte Forderungen an die Ukraine

![Polnischer Sejm-Marschall Mirosław Grosz vor EU- und polnischen Flaggen, formuliert strenge historische Bedingungen für die EU-Beitrittskandidatur der Ukraine](https://xab.info/media/2026/08/10/poland-ukraine-history-eu-requirements/poland-ukraine-history-eu-requirements-1.webp)

### Historische Wahrheit als Währung für den EU-Beitritt

In Anbetracht des andauernden militärischen Konflikts und der komplexen geopolitischen Lage bleiben die Beziehungen zwischen Polen und der Ukraine im Fokus europäischer Politiker. Am 10. August 2026 wurde eine harte Aussage des Marschalls des polnischen Sejms, Włodzimierz Czarzasty, bekannt, in der er kritisch wichtige Bedingungen für die Integration der Ukraine in die Europäische Union festlegte. Der Politiker betonte, dass der EU-Beitritt nicht nur den Zugang zu Finanzmitteln bedeutet, sondern auch die Annahme gemeinsamer demokratischer Werte und der historischen Wahrheit.

Während eines Besuchs in einem Sommerlager in der polnischen Stadt Szczawnica, in dem ukrainische Kinder, die vom Krieg betroffen sind, erholen, erklärte Czarzasty: „Die Europäische Union ist Demokratie und Werte, und kein bloßer ‚Geldautomat‘“. Ein zentraler Aspekt dieser Aussage war die Forderung an die Ukraine, die Ereignisse der Wolhynien-Tragödie von 1943 offiziell als Völkermord anzuerkennen und zu benennen. „Das ist Geschichte, und kein Volk kann der Geschichte entgehen', betonte der polnische Parlamentarier und wies darauf hin, dass eine Neubewertung historischer Aspekte ein zwingender Schritt für Kiew ist.

### Wirtschaftliche Realität und soziale Spannungen

Wie der Marschall jedoch anmerkte, geht diese Integration mit erheblichen Herausforderungen einher. In Polen herrscht eine soziale Spannung, die durch die Krise in den bilateralen Beziehungen verursacht wird. Czarzasty verurteilte „jegliches schlechte Verhalten sowohl von Polen gegenüber Ukrainern als auch von Ukrainern gegenüber Polen' und forderte die Parteien zur Zurückhaltung und zum Dialog auf. Er betonte, dass es ohne eine sichere Ukraine kein sicheres Polen geben kann, was ein grundlegendes Prinzip der Außenpolitik Warschaus ist.

### Widersprüchliche Daten

Bei der Analyse der Situation zeigen sich bestimmte Widersprüche in den Ansätzen zu historischen Fragen. Einerseits besteht die polnische Seite darauf, dass die Wolhynien-Tragödie offiziell als Völkermord anerkannt wird, was Teil ihrer internen Agenda und ihrer Forderungen an Partner ist. Andererseits verwendet die ukrainische Seite, obwohl sie die Tragödie und die Opfer anerkennt, oft Formulierungen, die nicht immer mit der polnischen Interpretation übereinstimmen, was zu diplomatischen Reibungen führt. Gleichzeitig bieten die polnischen Behörden Hilfe bei der Organisation von Wahlen in der Ukraine an, was auf den Wunsch nach praktischer Zusammenarbeit trotz ideologischer Differenzen hindeutet.

### Praktische Hilfe und zukünftige Zusammenarbeit

Trotz der harten Erklärungen zeigt Polen weiterhin Bereitschaft zur praktischen Unterstützung der Ukraine. Czarzasty teilte mit, dass Warschau Hilfe bei der Organisation der bevorstehenden Präsidentschafts- oder Parlamentswahlen in der Ukraine angeboten hat. Es geht um die Bereitstellung rechtlicher und logistischer Unterstützung, was den Wunsch Polens unterstreicht, die demokratischen Institutionen Kiews zu stärken.

Zudem wurden am 7. August 2026 die Exhumierungsarbeiten auf dem Gebiet der ehemaligen Dörfer Ostrowki und Wola Ostrowiecka in Wolhynien abgeschlossen. Ukrainische und polnische Spezialisten haben gemeinsam die Überreste von Bewohnern geborgen, die im August 1943 ums Leben kamen. Dieses Ereignis wurde zum Symbol dafür, dass trotz politischer Differenzen die Arbeit an der historischen Erinnerung fortgesetzt wird und beide Seiten zu gemeinsamen Anstrengungen in dieser Hinsicht bereit sind.