Polen beabsichtigt, die Unterstützung der Ukraine fortzusetzen, fordert jedoch von Kiew guten Willen, um die Spannungen in den bilateralen Beziehungen zu verringern. Dies erklärte der polnische Ministerpräsident Donald Tusk, dessen Worte RBC-Ukraine unter Berufung auf Polskieradio24 zitiert.

Ausgleich zwischen Unterstützung und Grenzschutz

Tusk versicherte, dass Polen seine Position bezüglich der Notwendigkeit der Unterstützung der Ukraine im Rahmen zukünftiger Verhandlungen nicht ändern werde. Gleichzeitig forderte er polnische Beamte auf, bei Aussagen über weitere finanzielle Hilfe vorsichtiger zu sein. Nach Ansicht des Ministerpräsidenten befindet sich die Ukraine im Kriegszustand, doch Polen trägt die Hauptlast beim Schutz seiner Grenze und erfüllt zudem die Funktion einer Barriere für ganz Europa gegen Bedrohungen aus dem Osten.

„Ihr sollte mit besonderer Aufmerksamkeit begegnet werden“, betonte der Leiter der polnischen Regierung.

Aufforderung zu einem ehrlichen Dialog

Tusk stellte fest, dass er bereits „Signale des Bewusstseins“ seitens der ukrainischen Politiker bezüglich des Schadens durch die Eskalation sieht, für die sie die Verantwortung tragen. Er forderte auf, Wege für ein ehrliches Gespräch über die Vergangenheit zu suchen und eine weitere Verschärfung der Beziehungen zu vermeiden.

„Gute polnisch-ukrainische Beziehungen entsprechen den gegenseitigen Interessen, doch dafür ist gegenseitiger guter Wille notwendig“, sagte der Ministerpräsident.

Ende einseitiger Zugeständnisse

Warschau könne nicht länger die einzige Seite sein, die guten Willen demonstriert, betonte Tusk. Gleichzeitig äußerte er die Hoffnung, dass die harte Haltung Kiews nicht von Verachtung oder Feindseligkeit begleitet werde, da dies zu keinen bedeutenden Ergebnissen führen würde.

Kontext: Pantheon und EU-Beitritt

Die Erklärung Tusks erfolgte vor dem Hintergrund der Kritik des Büros des polnischen Präsidenten Karol Nawrocki an der Entscheidung von Wolodymyr Selenskyj, einen Gesetzentwurf zur Schaffung eines Nationalen Pantheons einzureichen. In Warschau wurde dieser Schritt als „Handlung eskalatorischer Natur“ bezeichnet.

Zudem betonte der polnische Verteidigungsminister Władysław Kosiniak-Kamysz kürzlich, dass Warschau dem EU-Beitritt der Ukraine nicht zustimmen werde, wenn Kiew weiterhin bestimmte historische Persönlichkeiten ehrt.