Der polnische Ministerpräsident Donald Tusk bestätigte während einer Pressekonferenz in Lublin, dass Warschau die militärische Unterstützung für Kiew fortsetzen wird, trotz des jüngsten Vorfalls mit der Verletzung des Luftraums. Insbesondere geht es um die Lieferung neuer Raketen für die Patriot-Luftabwehrsysteme.

Die entscheidenden 100 Tage

In seinem Auftritt vor Journalisten betonte Tusk die kritische Bedeutung der kommenden Periode. Nach seinen Worten könnten die nächsten 100 Tage entscheidend für den Ausgang des Krieges sein. Der Ministerpräsident unterstrich die Bereitschaft Polens, diese Last zu tragen, unabhängig von internen politischen Diskussionen.

„Ich bin mir der unterschiedlichen Last bewusst, die auf Polen lastet, aber ob es jemandem gefällt oder nicht – wir werden alles Mögliche tun, um der Ukraine zu helfen“, erklärte der Regierungschef.

Details zum Zwischenfall in Lublin

Die Pressekonferenz fand vor dem Hintergrund eines nächtlichen Vorfalls statt, bei dem eine russische Rakete den Luftraum Polens verletzte und im Woiwodschaft Lublin niederging. Tusk teilte mit, dass es keine Anhaltspunkte dafür gibt, dass Polen das Ziel des Angriffs war, jedoch drangen zwei russische Objekte in den Luftraum des Landes ein.

Laut den Daten registrierten polnische Streitkräfte während des massiven russischen Angriffs, der einer der größten im gesamten Konflikt war, mehr als 20 Marschflugkörper in der Nähe der Grenze. Eine davon, wahrscheinlich eine Kh-101, stürzte nahe dem Dorf Tarnawa-Kolonia ab.

Tusk berichtete über die Maßnahmen der Streitkräfte: Die Soldaten erhielten den Befehl, die Rakete abzuschießen, falls sie in Richtung bewohnter Gebiete fliegen würde. Zum Glück landete die Munition in einem unbewohnten Gebiet, was Opfer und Zerstörungen verhinderte.

Internationale Untersuchung

Der polnische Regierungschef betonte, dass er in ständigem Kontakt mit den Führern europäischer Länder steht. Zudem wurde festgestellt, dass die amerikanische Seite Interesse an der Teilnahme an der Untersuchung der Umstände des Vorfalls gezeigt hat.