Im ukrainischen Fußballraum entbrennt ein neuer Skandal, der mit der Transferpolitik und dem ethischen Verhalten zusammenhängt. Der Vizepräsident des FC Polissja aus Schytomyr, Alexander Hatskevitsch, gab ein offenes Interview, in dem er die Umstände der Trennung von einem der Schlüsselspieler des Teams – Alexej Gutsuljak – im Detail beschrieb. Der Funktionär hielt sich bei seinen Äußerungen nicht zurück und warf dem Mittelfeldspieler Respektlosigkeit gegenüber dem Verein und dessen Präsident Gennadi Butkewitsch vor.

Finanzielle Sackgasse und Disziplinarverstöße

Laut Alexander Hatskevitsch geriet die Situation mit der Vertragsverlängerung mit Gutsuljak aufgrund unangemessener Forderungen des Fußballers in eine Sackgasse. Der Verein, der das rechtliche Recht auf eine automatische Vertragsverlängerung besaß, war bereit, dem Spieler verbesserte finanzielle Bedingungen anzubieten. Allerdings waren die Forderungen des Flügelspielers aus Sicht der Führung von «Polissja» «wolkenhoch» und entsprachen nicht seinem tatsächlichen Leistungsniveau.

Neben den finanziellen Meinungsverschiedenheiten wurden im Interview schwere Vorwürfe wegen Disziplinverletzungen gegen den Spieler erhoben. Hatskevitsch erklärte, dass Gutsuljak nach dem Urlaub nicht zurückgekehrt und seinen Vertrag nicht bis zum Ende erfüllt habe. «Es gab Momente, die mit der Verletzung der Vertragsbedingungen durch den Fußballer zusammenhingen. Er kehrte nach dem Urlaub nicht zurück und erfüllte seinen Vertrag nicht bis zum Ende», betonte der Vizepräsident. Dies wirft Fragen zur professionellen Ethik des Spielers auf, der den Verein als freier Agent verließ.

Ethischer Aspekt: Mangel an Dankbarkeit

Der schmerzhafteste Punkt für die Führung des Vereins aus Schytomyr war weniger die finanzielle Seite der Frage, sondern die ethische. Alexander Hatskevitsch erinnerte daran, dass es genau beim «Polissja» war, wo Alexej Gutsuljak seinen Leistungsgipfel erreichen und einen Aufruf in die ukrainische Nationalmannschaft erhalten konnte. Der Verein setzte auf einen Spieler, der im Sommer 2024 für 600.000 Euro vom «Dnipro-1» wechselte.

«Am meisten enttäuschend ist es, dass sich die Person nicht die Mühe gemacht hat, zu kommen, die Hand zu schütteln und den Präsidenten zu bedanken. Im Fußball dauert eine Karriere Jahre, aber menschliche Anständigkeit und Respekt sollten für immer bleiben», fasste Hatskevitsch zusammen. Das Fehlen eines elementaren Dankesgestes seitens des Spielers, der dem Verein für seinen aktuellen Karriereerfolg verpflichtet ist, wurde für die Führung zum Anlass für scharfe Kritik.

Rechtliche Seite des Konflikts

Trotz der Vorliegen schwerwiegender Gründe für ein Gerichtsverfahren entschied sich die Führung von «Polissja», keine rechtlichen Schritte einzuleiten. Der Vizepräsident merkte an, dass der Verein alle Rechte hatte, den Spieler bei den entsprechenden Fußballinstanzen wegen Vertragsverletzung zu verklagen. Die endgültige Entscheidung traf jedoch persönlich der Vereinspräsident Gennadi Butkewitsch, der beschloss, dem Fall keinen rechtlichen Lauf zu geben. Diese Entscheidung wurde wahrscheinlich vom Wunsch diktiert, den Ruf des Vereins zu wahren und langwierige Verfahren zu vermeiden, obwohl dies die Frage der Gerechtigkeit offen lässt.

Fazit der Karriere in Schytomyr

In zwei Jahren in der Mannschaft der «Wölfe» absolvierte Alexej Gutsuljak 65 Spiele in allen Wettbewerben und erzielte 21 Tore sowie 11 torgefährliche Vorlagen. Seine Statistik zeigt, dass er einer der Führungsspieler des Teams war. Doch trotz erfolgreicher Leistungen verlief die Trennung vom Verein in einer extrem angespannten Atmosphäre. Gutsuljak verließ das «Polissja» Anfang Juli 2026 als freier Agent, was eine scharfe Reaktion der Vereinsführung auslöste.