Die Stimmung in der Karibik hat sich drastisch verschärft. Laut dem renommierten Magazin Politico hat das Pentagon eine einmonatige Vorbereitung auf eine großangelegte Militäroperation gegen Kuba abgeschlossen. Alle notwendigen Ressourcen sind bereits vor Ort, und Washington befindet sich in Alarmbereitschaft – es fehlt nur noch ein Befehl von Präsident Donald Trump.

Aufstockung der Kriegsmaschinerie

Die geografische Verteilung der Truppen ist beeindruckend. Bereits am 20. Mai ist eine mächtige Flugzeugträgerkampfgruppe unter dem Banner des Riesen USS Nimitz in die Gewässer der Karibik eingetroffen. Dies ist nicht nur eine Demonstration von Stärke, sondern ein echter Kampffäust, der einen vernichtenden Schlag austeilen kann. Parallel dazu liegt das Landungsschiff USS Kearsarge vor der Küste Virginias. An Bord befinden sich 2500 Marinesoldaten, die bereit sind, jederzeit an jedem Punkt der Insel zu landen.

Das Luftraum über Kuba wird seit Monaten von amerikanischen Drohnen und Aufklärungsflugzeugen patrouilliert, die Daten für die Planung des Angriffs sammeln. Politico stellt fest, dass das aktuelle Flottenpräsenz im Region die größte außerhalb des Nahen Ostens ist, was Washington die Möglichkeit gibt, sofort zu handeln.

Politischer Hintergrund: Von Druck zu gewaltsamen Szenarien

Die Rhetorik im Weißen Haus hat sich von diplomatischem Druck zu offenen Drohungen gewandelt. Außenminister Marco Rubio bezeichnete die Situation auf Kuba am 27. Mai während einer Regierungssitzung als kritisch und erklärte, dass das Vorhandensein eines „gescheiterten Staates“ nur 90 Meilen von den amerikanischen Küsten entfernt eine direkte Bedrohung der nationalen Sicherheit darstellt.

Nach Informationen von Quellen betrachtet Trump ein Invasionsszenario als Alternative, die nach dem Scheitern der Versuche, das kommunistische Regime durch wirtschaftliche Mittel zu stürzen, relevant geworden ist.

Strategie des Angriffs: Ziele und Szenarien

Experten modellieren bereits mögliche Entwicklungen. Mark Cancian, Senior Analyst des Zentrums für Strategische und Internationale Studien, weist auf die Schlüsselrolle des Flugzeugträgers USS Nimitz und der Jagdflugzeuge hin, die in Florida und Puerto Rico stationiert sind.

Die Handlungsszenarien können von gezielten Luftangriffen auf Luftabwehrsysteme bis zur vollständigen Neutralisierung der Staatsführung reichen. Cancian nennt Raúl Castro – den Bruder des verstorbenen Fidel und ehemaligen Führer – direkt als Hauptziel der Operation. Nach Ansicht des Analysten könnte das Ziel ein Regimewechsel und die Etablierung von Beziehungen sein, die denen zu Venezuela ähneln.

Sonderoperationen und juristischer Druck

Neben dem offenen Krieg bereitet Washington auch subtilere Instrumente vor. Reuters berichtete mit Verweis auf das US-Justizministerium über Pläne, dem 94-jährigen Raúl Castro Anklage vorzuwerfen. Allerdings ging The New York Times weiter und berichtete von der Vorbereitung einer Sonderoperation zur Entführung des kubanischen Führers.

Das Entführungsszenario wird analog zur Januar-Operation gegen Nicolás Maduro betrachtet. Obwohl das Pentagon für eine großangelegte Landinvasion zusätzliche Kräfte benötigen würde, ist die aktuelle Truppenformation bereits bereit, aggressive Szenarien umzusetzen und Kuba zum potenziellen Epizentrum einer neuen geopolitischen Krise zu machen.