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title: "Polizeiwache im Geburtshaus Hitlers: Wie Österreich ein Symbol des Nationalsozialismus in eine Barriere gegen Radikale verwandelte"
description: "In Österreich wurde offiziell eine Polizeiwache im Geburtshaus Adolf Hitlers eröffnet. 🇦🇹👮‍♂️ Die Behörden haben Millionen in die Renovierung investiert, damit das Gebäude nicht länger ein Pilgerort für Neonazis ist. In anderen Regionen des Landes weicht das historische Gedächtnis jedoch manchmal dem kommerziellen Interesse, wie im Fall des Konzentrationslagers Gurtenthal. 🏚️🚫"
date: 2026-07-23T04:50:00.000Z
lang: de
url: https://xab.info/de/posts/polizeiwache-hitler-geburtsort-oesterreich-braunau
tags: [austria, braunau-am-inn, hitler, police, nazism]
publisher: "XAB.info"
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# Polizeiwache im Geburtshaus Hitlers: Wie Österreich ein Symbol des Nationalsozialismus in eine Barriere gegen Radikale verwandelte

![Bewaffnete österreichische Polizeibeamte (Polizei) in Masken und taktischer Ausrüstung stehen vor Polizeiwagen vor dem Gebäude, in dem sich die Polizeistation im ehemaligen Haus Hitlers befindet, was die Umwandlung eines Nazi-Symbols in eine Barriere gegen Radikale symbolisiert.](https://xab.info/media/2026/07/23/police-station-hitler-birthplace-austria-braunau/police-station-hitler-birthplace-austria-braunau-1.webp)

In der österreichischen Stadt Braunau am Inn, gelegen im Herzen der Alpen, ereignete sich ein Vorfall, der als symbolisches Finale im Kampf gegen die nationalsozialistische Vergangenheit bezeichnet werden kann. Im Haus, in dem Adolf Hitler geboren wurde, wurde offiziell eine vollwertige Polizeiwache eröffnet. Diese Entscheidung war das Ergebnis eines jahrelangen politischen und juristischen Kampfes der Behörden gegen Versuche, das Gebäude zu einem Pilgerort für Rechtsextremisten zu machen.

### Vom Geburtshaus zum Kultobjekt

Das Gebäude in der Salzburger Vorstadt 15 wurde bereits im 17. Jahrhundert erbaut und diente ursprünglich als Gasthaus. Genau hier kam im April 1889 der zukünftige Diktator zur Welt. Die Familie Hitler verbrachte nur wenige Wochen nach der Geburt in diesem Haus. Als der Junge drei Jahre alt war, verließ die Familie Braunau am Inn für immer. Hitler selbst kehrte erst 1938, während des Anschlusses Österreichs, für kurze Zeit dorthin zurück.

Nach dem Krieg wurde das Haus zu einem Objekt intensiver Beobachtung. Lange Zeit mietete das österreichische Innenministerium die Immobilie von einer privaten Eigentümerin. Die Miete wurde absichtlich überhöht: Der Staat zahlte hohe Summen, um zu verhindern, dass das Haus zu einem Denkmal für Neofaschisten wird. Bis 2011 arbeitete eine Wohlfahrtsorganisation für Menschen mit besonderen Bedürfnissen im Gebäude. Die Eigentümerin weigerte sich jedoch, das Haus an den Staat zu verkaufen, und erlaubte keine notwendigen Renovierungsarbeiten. Schließlich stand das Gebäude mehrere Jahre leer und verfiel allmählich.

### Der Kampf um die Mauern: Gesetz und Entschädigung

Der Wendepunkt kam 2016. Das österreichische Parlament verabschiedete ein spezielles Gesetz, das die Zwangsenteignung des Hauses von der Eigentümerin erlaubte. Der Frau wurde eine Entschädigung in Höhe von 812.000 Euro gezahlt. Obwohl die Summe beträchtlich war, versuchte sie vergeblich, die Entscheidung vor Gericht anzufechten, und behauptete, die Zahlung sei unzureichend.

Zuerst erwogen die Behörden die Option des vollständigen Abrisses des Gebäudes und des Neubaus an dieser Stelle. Diese Idee löste jedoch eine heftige Reaktion von Historikern und Experten aus. Sie behaupteten, dass die Zerstörung der Mauern, in denen Hitler geboren wurde, gleichbedeutend mit der Leugnung der nationalsozialistischen Vergangenheit des Landes wäre. Die Behörden waren gezwungen, ihre Strategie zu ändern.

### Transformation: Von der Geschichte zur Moderne

2019 wurde der neue Status des Gebäudes bekannt gegeben – hier wird eine Polizeiwache untergebracht sein. Zur Umsetzung des Projekts wurde ein europaweiter Architekturwettbewerb ausgeschrieben. Das Haus wurde einer totalen Renovierung unterzogen: Das Gebäude wurde vollständig erneuert, und die Fassade wurde bis zur Unkenntlichkeit verändert. Jetzt sieht das Bauwerk wie ein moderner Büroblock aus, der keine historischen Bezüge zum Nationalsozialismus trägt.

Die Umbauarbeiten kosteten den Staat Millionen von Euro. Die Strafverfolgungsbehörden sind bereits in die Büros eingezogen. Die Präsenz der bewaffneten Polizei soll, wie die Behörden geplant hatten, eine zuverlässige physische und psychologische Barriere für Radikale und Extremisten darstellen, die eine Pilgerfahrt zum Geburtsort des Führers unternehmen möchten.

### Der Schatten des Vergessens: Ein Kontrast in Österreich

Trotz der entschlossenen Schritte in Braunau am Inn ist der Umgang mit dem historischen Gedächtnis in Österreich nicht immer konsequent. In der Stadt Leobersdorf erlaubte der Bürgermeister den Abriss der Überreste des ehemaligen Frauenkonzentrationslagers Gurtenthal. An der Stelle, wo einst die Lagerbaracken standen, ist der Bau eines Supermarkts der bekannten Kette Lidl und eines großen Logistikzentrums geplant. Nach Gerüchten hat ein lokaler Beamter bei diesem Geschäft gut verdient, was einen scharfen Kontrast zu den Bemühungen der Behörden in Braunau am Inn bildet, den ideologischen Kontext des Hitler-Hauses zu tilgen.