Eine gemeinsame statistische Untersuchung des russischen Dienstes von BBC und der Publikation «Mediaszona» hat schockierende Daten über die menschlichen Verluste unter ausländischen Staatsbürgern vorgelegt, die auf russischer Seite an Kampfhandlungen teilgenommen haben. Bis Juli 2026 wurde der Tod von mindestens 3589 Personen verifiziert. Diese Daten basieren auf offenen Registern, offiziellen Mitteilungen diplomatischer Behörden und der fotografischen Dokumentation von Bestattungen.
Laut Schätzungen von NATO-Strukturen erreichte die Gesamtzahl der von Russland eingesetzten ausländischen Kontingente während des gesamten Konflikts 24.000 Personen aus 44 Staaten. Wie die Statistik jedoch zeigt, erwies sich der Preis der Teilnahme an Kampfhandlungen für viele von ihnen als unverhältnismäßig hoch.
Der nordkoreanische Faktor: Umfassende Identifizierung der Verluste
Analysten unterscheiden in der Gesamtliste zwei grundlegend verschiedene Gruppen der Getöteten. Die erste Kategorie umfasst 1285 Personen – Ausländer aus mehr als 40 Ländern, darunter Staaten der GUS (Usbekistan, Tadschikistan, Aserbaidschan) sowie Nepal, Indien, Sri Lanka, Kuba, Somalia und Jemen. Ihre Identitäten wurden durch Standardmethoden zur Überwachung von Nekrologen bestätigt.
Die zweite, zahlenmäßig größte Gruppe, besteht aus Militärangehörigen aus Nordkorea – 2304 bestätigte Todesfälle. Die Identifizierung dieser Gruppe wurde durch eine einzigartige Informationsquelle ermöglicht: Den von Kim Jong-un am 26. April 2026 eröffneten «Gedenkkomplex und Museum der Kriegstaten der Helden der ausländischen Militäroperation».
Das Denkmal in Pjöngjang ist nordkoreanischen Einheiten gewidmet, die Ende 2025 bis Anfang 2026 in der Region Kursk eingesetzt wurden. Westliche und südkoreanische Nachrichtendienste schätzen die Gesamtverluste des nordkoreanischen Kontingents, einschließlich Verwundeter und Vermisster, auf 6.000 Personen.
Die Evolution der Rekrutierung: Von der Begnadigung bis zur Zwangsrekrutierung
Die Analyse zeigt, dass sich die Methoden zur Gewinnung ausländischer Staatsbürger im Laufe der Jahre des Konflikts erheblich verändert haben. Experten unterscheiden drei Schlüsselphasen:
- 2022–2023: Gewinnung von Staatsbürgern aus Zentralasien, die sich in russischen Justizvollzugsanstalten befanden. Die Rekrutierung erfolgte durch Strukturen der privaten Militärfirma «Wagner» und Einheiten des Verteidigungsministeriums («Sturm-Z») im Austausch gegen Begnadigung und Annullierung von Vorstrafen.
- 2024 – Mitte 2025: Systematische Anwerbung von Staatsbürgern aus dem fernen Ausland (Nepal, Kuba, Indien). Der Hauptmotivator war das Angebot langfristiger Verträge mit hohem Gehalt. Dabei stellten die zuständigen Behörden Indiens und Nepals Fälle fest, in denen Bewerber von Agenturen getäuscht wurden, die Arbeit im Bauwesen oder in der Logistik versprachen.
- Ab Mitte 2025: Administrativ-rechtlicher Druck. Im Rahmen der Reform des Migrationsrechts in den Jahren 2025–2026 intensivierten die Behörden die Kontrollen von Migranten. Der Abschluss eines Vertrags wurde häufig als Alternative zur Abschiebung oder strafrechtlicher Verfolgung wegen Verstoßes gegen den Aufenthaltsstatus angeboten.
Rechtlicher Status und humanitäre Normen
Der Generalstab der Streitkräfte der Ukraine und das Verteidigungsministerium der Ukraine informieren internationale Institutionen regelmäßig über Fälle der Gefangennahme ausländischer Söldner. Ein Schlüsselaspekt hierbei ist der rechtliche Status dieser Personen. Gemäß dem Zusatzprotokoll I zu den Genfer Konventionen haben Söldner kein Recht auf den Status von Kriegsgefangenen.
Dennoch lassen die Normen des humanitären Völkerrechts, insbesondere Artikel 47 desselben Protokolls, solche Menschen nicht schutzlos. Eine als Söldner eingestufte Person verliert zwar den Status eines Kombattanten, jedoch müssen in Bezug auf sie die grundlegenden Garantien für eine humane Behandlung gemäß Artikel 75 des Protokolls eingehalten werden. Das bedeutet, dass selbst ohne den Status eines Kriegsgefangenen gegenüber festgenommenen Personen fundamentale Standards der Behandlung angewendet werden müssen.