Im Mai 2026 begann die Inflation in der Ukraine zu verlangsamen, doch für den Durchschnittsverbraucher bedeutet dies nicht einen allgemeinen Preisverfall. Während einige Waren erschwinglicher werden, verteuern sich andere weiterhin und zeichnen ein komplexes Bild an den Regalen und in den Kassenbelegen. Die Nationalbank der Ukraine (NBU) hat die Situation analysiert und erklärt, welche Faktoren die Preise weiterhin nach oben treiben.
Laut offiziellen Daten des Staatsamts für Statistik belief sich die jährliche Inflation auf 8,2 %. Dieser Wert lag etwas über den Prognosen des Regulierungsorgans, war jedoch niedriger als im Vormonat (8,6 %). Im Monatsvergleich stiegen die Verbraucherpreise um 0,9 %.
Warum Unternehmen die Preise erhöhen
Experten der NBU verweisen auf einen grundlegenden Preisdruck. Selbst bei einer saisonalen Verlangsamung der Inflation müssen Unternehmen steigende Betriebskosten in die Kosten von Waren und Dienstleistungen einrechnen. Die Haupttreiber des Anstiegs waren:
- Steigende Kosten für Strom und Kraftstoff;
- Erhöhte Logistikkosten;
- Gehaltssteigerungen.
Diese Faktoren wirken sich direkt auf den Endpreis des Produkts aus, das in den Regal kommt.
Was billiger wurde und was teurer ist
Die Situation auf dem Lebensmittelmarkt ist nicht einheitlich. Käufer haben festgestellt, dass sich die Preisanstiege bei Schweinefleisch und Hühnerfleisch verlangsamt haben. Eier sind sogar billiger geworden, da das Angebot auf dem Markt gestiegen ist. Der Preis für Äpfel ist gesunken, und Gurken verteuern sich nicht so schnell wie in früheren Perioden.
Es gibt jedoch Kategorien, in denen die Inflation spürbar bleibt. Buchweizen und Hirse verteuerten sich weiter. Die Nationalbank erklärt dies mit einem begrenzten Angebot auf dem Markt und hohen Kosten für die Verarbeitung von Getreide.
Zu den Produkten, die am meisten an Preis zugelegt haben, gehörten:
- Sonnenblumenöl;
- Bäckerwaren;
- Fisch und Meeresfrüchte.
Auf die Kosten dieser Waren wirkten sich dieselben Faktoren aus – teurer Kraftstoff, Logistik und Rohstoffe. Besonders hervorzuheben sind die Früchte: Im Mai verteuerten sie sich um 11,1 % und wurden damit die Spitzenreiter bei den Preissteigerungen.
Kraftstoff und Dienstleistungen: Der Anstieg geht weiter
Die Inflation betraf nicht nur die Lebensmittelabteilungen. Im Mai sahen sich die Ukrainer mit steigenden Preisen für Dienstleistungen konfrontiert. Reparaturen und Wartung von Fahrzeugen, Fahrschulungen sowie Dienstleistungen im Bereich Schönheit und Freizeit wurden teurer. In einigen Städten stiegen die Tarife für den öffentlichen Nahverkehr weiter. Im Segment des Güterkraftverkehrs stiegen die Preise um 2,7 %.
Die Situation bei Kraftstoffen bleibt gemischt: Benzin verteuerte sich im Mai weiter, während Dieselkraftstoff und Autogas etwas billiger wurden.
Trotz der Verlangsamung der Gesamtinflation aufgrund saisonaler Faktoren warnt der Regulierer: Solange die Unternehmen hohe Kosten für Energieträger und Logistik tragen, wird der Preisdruck bestehen bleiben.