In der Ukraine nehmen bereits jetzt die Konturen der Wirtschaft der Zukunft Gestalt an. Laut Premierministerin Julija Swyrydenko wird der Wiederaufbau nach dem Krieg in jenen Sektoren am dynamischsten verlaufen, in denen das Land während des großangelegten Überfalls die größte Widerstandsfähigkeit und Stärke bewiesen hat.

Diese Thesen wurden auf der Konferenz „Bildung der neuen Ukraine 2.0“ dargelegt. Die Regierungschefin präsentierte eine simulierte Entwicklungsstrategie, die auf den einzigartigen Erfahrungen basiert, die unter Kriegsbedingungen gewonnen wurden.

Sektoren, die zu Wachstumstreibern werden

Swyrydenko hat eine klare Liste von Branchen herausgearbeitet, die in Zukunft die wirtschaftliche Souveränität und das Exportpotenzial sichern können. Zu den führenden Sektoren gehören:

  • Energiewirtschaft;
  • Maschinenbau;
  • IT-Industrie;
  • Defense Tech (Militärtechnologie).

„Das sind die Branchen, in denen wir während des großangelegten Überfalls Stärke bewiesen haben, in denen wir einzigartige Erfahrungen gesammelt haben, das ist es, was wir exportieren und weiterentwickeln können“, betonte die Premierministerin.

Unvorhersehbarkeit des Marktes und das Beispiel der Rüstungsindustrie

Trotz der vorhandenen Strategie warnte die Regierungschefin davor, dass es praktisch unmöglich ist, alle relevanten Berufe der Zukunft im Voraus vorherzusehen. Sie rief Studierende und Jugendliche dazu auf, auf ihre Talente zu hören und innere Harmonie zu suchen, anstatt einfach nur Trends zu folgen.

Als eindrucksvolles Beispiel für die Unvorhersehbarkeit des Marktes führte Swyrydenko den Rüstungssektor an. Noch vor einigen Jahren hätte kaum jemand gedacht, dass sich dieser Bereich innerhalb von fünf Jahren um ein Vielfaches ausweiten und auf 900 Unternehmen anwachsen würde.

Mangel an Fachkräften und hohe Gehälter

Der heutige Arbeitsmarkt in der Ukraine zeigt bereits hohe Lohnsätze. Arbeitgeber sind bereit, bestimmten Spezialisten Gehälter von bis zu 170.000 Hrywnja im Monat zu bieten. Ein hohes Lohnniveau ist derzeit nicht nur für den IT-Sektor und das Top-Management charakteristisch, sondern auch für Vertreter technischer und handwerklicher Berufe.

Nach Ende des Krieges wird jedoch ein akuter Mangel an Fachkräften in der Bauindustrie prognostiziert. Grund dafür ist der massive Bedarf an der Wiederherstellung der zerstörten Infrastruktur im ganzen Land, was den Einsatz einer enormen Anzahl von Spezialisten erfordern wird.