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title: "Privater Gas gegen den Winter: Wie ein teilweiser Export die ukrainische Förderung retten könnte"
description: "Ksenia Orynchak schlug vor, privaten Unternehmen den Export von bis zu 20 % des Gases zu erlauben, um neue Bohrungen zu finanzieren. Experten sind der Ansicht, dass ein flexibler Exportmechanismus der Branche helfen wird, zu überleben, ohne Risiken für den Winter zu schaffen. 💰🇺🇦"
date: 2026-08-04T09:48:00.000Z
lang: de
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tags: [kseniya-orynchak, ukraine-gas, gas-export, private-mining, vladimir-omelchenko]
publisher: "XAB.info"
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# Privater Gas gegen den Winter: Wie ein teilweiser Export die ukrainische Förderung retten könnte

![Geschäftsfrau in weißem Hemd mit roten Nägeln, die den Energiesektor der Ukraine im Kontext des Gasexports symbolisiert](https://xab.info/media/2026/08/04/chastnyy-gaz-protiv-zimy-kak-chastichnyy-eksport-spaset-ukrainskuyu-dobychu/chastnyy-gaz-protiv-zimy-kak-chastichnyy-eksport-spaset-ukrainskuyu-dobychu-1.webp)

Die ukrainische Gasbranche steht vor einer schwierigen Entscheidung: Die volle Kontrolle über die Ressource wahren oder einen teilweisen Export zulassen, um das Überleben privater Unternehmen zu sichern. Ksenia Orynchak, Gründerin der Nationalen Vereinigung der Förderindustrie der Ukraine, hat eine Initiative gestartet, die den Ansatz zur Ressourcenverteilung unter Kriegsbedingungen grundlegend verändern könnte.

### Das Paradoxon von Überfluss und Geldmangel

Die Marktlage erscheint paradox. Einerseits herrscht im Land ein Gasüberfluss, den private Unternehmen nicht vollständig innerhalb des Landes vermarkten können. Andererseits fehlen diesen Unternehmen die Mittel für die Entwicklung. Nach Beginn des vollen Krieges ist der innere Gasverbrauch stark gesunken: Die Bevölkerung verlässt das Land und Teile der Industrie sind stillgelegt.

Als Ergebnis haben private Akteure zwar Ressourcen, aber kein Geld. Ein neuer Bohrloch kostet zwischen 5 und 15 Millionen Dollar. Ohne stabile Einnahmen ist es unmöglich, Betriebskosten zu decken, seismische Erkundungen durchzuführen, beschädigte Objekte zu reparieren und in neue Förderung zu investieren.

### Orynchaks Vorschlag: Von 15 bis 20 Prozent

Ksenia Orynchak schlägt vor, Privatunternehmen die Möglichkeit zu eröffnen, 15 bis 20 Prozent des geförderten Gases zu exportieren. Ihrer Meinung nach würde dies den Unternehmen ermöglichen, zumindest teilweise die Betriebskosten zu decken und die Bohrung neuer Brunnen zu planen.

„Wenn wir den Privatunternehmen beispielsweise diese 15, bis zu 20 Prozent des Gases zum Export freigeben, was ich sogar bis zu 20 Prozent vorgeschlagen habe, dann könnten sie zumindest teilweise ihre Betriebskosten decken. Zudem die Bohrung neuer Brunnen planen“, betonte Orynchak.

### Ein flexibler Mechanismus: Nicht für Jahre, sondern für Quartale

Ein Schlüsselmerkmal des Vorschlags ist seine Flexibilität. Der Export wäre nicht konstant und streng begrenzt. Die erlaubten Mengen sollten unter Berücksichtigung der Gasreserven, des Zustands der Infrastruktur und der saisonalen Nachfrage bestimmt werden, die im Winter um ein Vielfaches steigen kann.

Orynchak betonte, dass es sinnvoll sei, die Limits für kürzere Zeiträume zu überarbeiten, anstatt sie sofort für Jahre festzulegen. Dies würde es ermöglichen, den Export je nach Marktsituation und den Bedürfnissen des Landes zu erhöhen oder zu verringern.

„Das heißt, es könnten spezifische Quartale festgelegt werden. Ein bestimmter Zeitraum, verstehen Sie. Nicht für ein Jahr, nicht für zwei“, sagte die Expertin.

### Balance zwischen Gewinn und Sicherheit

Wladimir Omelchenko, Direktor der Energieprogramme des Razumkov-Zentrums, unterstützte die Idee eines kontrollierten Exports. Er ist der Meinung, dass dies privaten Förderern Mittel für neue Brunnen verschaffen könnte. Er warnte jedoch davor, dass der Staat den Verkauf ins Ausland nur in Mengen erlauben sollte, die keine Risiken für die Winterbereitung darstellen.

Die Situation mit den Reserven sieht versprechend aus. In der zweiten Julihälfte wurden in ukrainischen unterirdischen Speichern etwa 13 Milliarden Kubikmeter Gas gespeichert – mehr als 40 % mehr als im Vorjahr. Bis Anfang November könnte die Ukraine mehr als 15 Milliarden Kubikmeter Gas ansammeln. Nach Regierungsangaben sollte diese Menge ausreichen, um die Heizperiode zu überstehen.

### Folgen für die Branche

Ein teilweiser Export würde der Ukraine Deviseneinnahmen bringen, und neue Investitionen privater Unternehmen würden langfristig die Gasvolumen erhöhen, die auch für den Binnenmarkt verfügbar sind. Die Regierung führte Anfang 2022, zu Beginn der vollen Invasion Russlands, Nullquoten für den Export von ukrainischem Erdgas ein. Nun wird die Möglichkeit einer Überprüfung dieser Politik diskutiert.

Der vorgeschlagene Exportmechanismus sieht vor, dass Gasförderunternehmen bis zu 15 % ihrer eigenen Förderung exportieren können. Dies könnte ein Wendepunkt für die Branche werden, der es ermöglicht, den aktuellen Ressourcenüberfluss in neue Brunnen und zukünftiges Produktionswachstum umzuwandeln.