Der Devisenmarkt der Ukraine wird in der kommenden Woche eine Phase erhöhter Aufmerksamkeit erleben. Der Hauptfaktor, der die Dynamik des Wechselkurses der Hrywnja bestimmen wird, ist die Entscheidung der Nationalbank über den Leitzins, die am 18. Juni bekanntgegeben werden soll. Experten erwarten die Beibehaltung der aktuellen Parameter der Geldpolitik, was unter den Bedingungen des andauernden Krieges Stabilität gewährleisten sollte.

Hauptereignis: Sitzung des Geldpolitischen Ausschusses

Laut Prognosen rechnen die meisten Analysten damit, dass der Regulierungsbehörde den Leitzins auf dem Niveau von 15 % belassen wird. Ein solcher Schritt wird die Vorhersehbarkeit der Wirtschaftspolitik erhalten und keinen Anlass für plötzliche Schwankungen an den Finanzmärkten geben. Wenn der Zinssatz unverändert bleibt, wird dies ein Signal dafür sein, dass die Nationalbank keine Gründe für eine Überarbeitung des aktuellen Regulierungsmodells sieht.

Prognose für den Dollar: Korridor und Interventionen

Der Direktor der Abteilung für Finanzmärkte der „Globus Bank“, Taras Lesowoi, prognostiziert, dass der Dollar-Kurs auf dem Interbankenmarkt zwischen 44,4 und 45,1 Hrywnja schwanken wird. Auf dem Bargeldmarkt könnte der Bereich etwas enger sein – von 44,3 bis 45 Hrywnja.

Die Nachfrage nach Fremdwährungen übersteigt das Angebot nach wie vor um etwa 10–15 %. Um dieses Ungleichgewicht auszugleichen, wird die Nationalbank nach Einschätzung des Experten Deviseninterventionen in Höhe von 850 bis 900 Millionen Dollar durchführen müssen. „Ein solches Volumen ist bezeichnend: Der Markt befindet sich nicht im idealen Gleichgewicht, zeigt aber auch keine Anzeichen von Unkontrollierbarkeit“, so Lesowoi.

Euro: Abhängigkeit von der Weltkonjunktur

Der Euro-Kurs wird nicht nur von internen Faktoren, sondern auch von der globalen Lage abhängen. Das erwartete Verhältnis von Euro zu Dollar liegt bei 1,15–1,18. Bei diesem Szenario dürfte der Euro-Kurs in der Ukraine wahrscheinlich im Bereich von 51 bis 52,5 Hrywnja liegen.

Faktoren des Drucks und der Unterstützung

Auf den Devisenmarkt wirken weiterhin militärische Risiken, Inflation, die Abhängigkeit der Wirtschaft von den Kraftstoffkosten sowie mögliche Probleme in der Energieversorgung, Logistik und Produktion. Gleichzeitig können das saisonale Preissenken bei Gemüse und Beeren sowie die Erwartungen weiterer internationaler finanzieller Hilfe den negativen Einfluss teilweise kompensieren.

Fazit: Kontrollierte Spannung

Laut Taras Lesowoi wird die kommende Woche eine Phase des „kontrollierten Drucks“ sein. Die Risiken bleiben hoch, aber die Situation auf dem Devisenmarkt wird insgesamt vorhersehbar bleiben. Wenn die NBU den Zinssatz auf 15 % belässt und die Interventionsvolumina ausreichend bleiben, wird sich der Dollar auch weiterhin innerhalb der prognostizierten Wechselkurskorridore bewegen.

Hinweis: Dieses Material wurde ausschließlich zu Informationszwecken erstellt und stellt keine Finanz- oder Anlageberatung dar. Investitionen sind mit Risiken verbunden, einschließlich der Möglichkeit des vollständigen Verlusts des Kapitals. Bevor Sie Anlageentscheidungen treffen, empfehlen wir, sich an einen lizenzierten Finanzberater zu wenden.