In Kiew wird die Abstimmung über einen Entwurf einer Verordnung zur Einführung neuer Fahrpreise im öffentlichen Nahverkehr abgeschlossen. Das Dokument befindet sich in der finalen Phase der regulatorischen Verfahren und wird dem Bürgermeister der Stadt bald zur Unterzeichnung vorgelegt. Eine endgültige Entscheidung steht noch aus, doch die vorläufigen Daten haben bereits zu einer breiten Diskussion in der Gesellschaft geführt.
Neue Preise und wirtschaftliche Begründung
Laut dem Entwurf soll der Preis für eine Einzelfahrt im städtischen Nahverkehr der Hauptstadt 30 Hrywnja betragen. Das Departement für Wirtschaft und Investitionen des Stadtrats von Kiew (KGGA) betont, dass die neuen Tarife dem wirtschaftlich gerechtfertigten Niveau angenähert sein werden, jedoch unter dem vollen berechneten Wert bleiben sollen. Dieser Ansatz soll die Erschwinglichkeit des Verkehrs für die Stadtbewohner gewährleisten.
Vorläufig kündigten die Behörden die Einführung neuer Tarife ab dem 15. Juli an. Gleichzeitig bleibt das Recht auf kostenlosen und ermäßigten Fahrschein für bestimmte Personengruppen erhalten. Die Kompensationen für Berechtigte werden wie bisher aus dem Haushalt der Stadt Kiew finanziert.
Öffentliche Konsultationen und Reaktion der Bürger
Vor der Entscheidungsfindung fanden vom 18. Mai bis zum 1. Juni 2026 auf dem offiziellen Portal von Kiew elektronische Konsultationen mit der Öffentlichkeit statt. An diesen nahmen 1377 Nutzer teil. Derzeit werden die erhaltenen Vorschläge und Anmerkungen bearbeitet.
Die Pläne zur Preiserhöhung haben unter den Kiewern Empörung ausgelöst. Die Bürger haben eine Petition gegen die Tariferhöhung erstellt, die in weniger als 24 Stunden mehr als 6.000 Unterschriften gesammelt hat. Der Stadtrat von Kiew hat die Eingabe geprüft, jedoch wurde keine Entscheidung zur Unterstützung der Petition getroffen.
Verschärfung der Kontrolle und Strafen
Gleichzeitig mit der Überprüfung der Tarife erinnerten die Behörden an die Sanktionen bei Verstößen gegen die Zahlungspflicht. Für Schwarzfahren, einschließlich des Fehlens einer Ticketregistrierung, ist eine Strafe in Höhe des Zwanzigfachen des Fahrpreises vorgesehen. Bei Annahme des aktuellen Entwurfs würde die Strafe 600 Hrywnja betragen.
Auswirkungen auf den privaten Verkehr
Die Preiserhöhung im städtischen Nahverkehr wird private Kleinbusse (Marshrutkas) und Fernverkehrsdienste nicht direkt betreffen. Allerdings plant die Kiewer Verkehrsgesellschaft (KOVA) eine Überprüfung der Fernverkehrsunternehmen, die die Preise zuvor bereits um mehr als 50 % erhöht haben.
Nach Abschluss aller Abstimmungsverfahren wird der Verordnungsentwurf offiziell genehmigt. Die Bewohner Kiews warten auf die endgültige Entscheidung, die die neuen Regeln für die Nutzung des Stadtverkehrs festlegen wird.