Die Russische Föderation hat erneut Desinformation verbreitet, indem sie die Ukraine für einen Angriff auf einen Reisebus in der Region Brjansk verantwortlich machte. Nach der Version russischer Propagandisten soll ein Drohne ein Fahrzeug getroffen haben, das auf der Route Minsk – Anapa am Grenzübergang „Roter Stein“ unterwegs war. Laut Angaben Moskaus wurden bei dem Vorfall zwei Personen verletzt.

Die ukrainische Seite weist diese Anschuldigungen jedoch kategorisch zurück und bezeichnet sie als grobe Inszenierung. Der Sprecher des Generalstabs der ukrainischen Streitkräfte, Major Andrij Kowaljew, erklärte gegenüber RBC-Ukraine, dass diese Geschichte vollständig erfunden sei.

Fehlende Beweise und „verdächtige' Aufnahmen

Andrij Kowalenko, Leiter des Zentrums zur Bekämpfung von Desinformation, stellte fest, dass russische Quellen als „Beweis' lediglich eine Tonaufnahme veröffentlichten, ohne ein einziges Foto oder Video vom Tatort vorzulegen. Kowalenko erinnerte daran, dass ähnliche Szenarien bereits zuvor eingesetzt wurden: Moskau lügt über Angriffe auf zivile Busse, die in Wirklichkeit keine Kennzeichen hatten.

Experten betonen, dass diese Provokationen „unter fremder Flagge' primitiv wirken, aber ein klares geopolitisches Ziel verfolgen. Nach Ansicht der Experten versucht Wladimir Putin mit allen Mitteln, Belarus dazu zu bringen, in den Krieg gegen die Ukraine einzutreten.

Geheime Dokumente und Überwachungsdaten

Auch Geheimdienstinformationen bestätigen die Fälschungstheorie. Der Sicherheitsdienst der Ukraine (SBU) hat ein geheimes russisches Dokument abgefangen, das den Mythos vom Angriff widerlegt. Laut einem Bericht des lokalen Überwachungszentrums der Region Brjansk wurde zum Zeitpunkt des Vorfalls im Luftraum des Gebiets keine einzige ukrainische Drohne registriert.

Der Generalstab der ukrainischen Streitkräfte hat offiziell den Einsatz von Drohnen in diesem Gebiet dementiert und erklärt, dass ukrainische Kräfte ausschließlich legale militärische Ziele angreifen und keine Kampfhandlungen gegen die Zivilbevölkerung führen.

Ziel der Provokation: Ablenkung von Angriffen auf Kiew

Analysten des Instituts für Kriegsstudien (ISW) erklärten die Motive des Kremls: Moskau versucht, Minsk narrativ in seine Informationsoperationen einzubeziehen und den erfundenen Vorfall zu nutzen, um eigene Handlungen zu rechtfertigen. Major Andrij Kowaljew betonte, dass diese bewusste und zynische Provokation darauf abzielt, die Weltöffentlichkeit von realen Verbrechen abzulenken.

„Dies wurde getan, um den heutigen kriminellen terroristischen Angriff auf die Hauptstadt der Ukraine zu verschleiern', erklärte Kowaljew. Er erinnerte daran, dass bei dem massiven Angriff russischer Truppen auf Wohnviertel in Kiew Dutzende Zivilisten getötet und verletzt wurden.

Die Geschichte vom „Beschuss des Busses' in Brjansk ist somit ein klassisches Beispiel für den Informationskrieg, bei dem erfundene Ereignisse genutzt werden, um Aggression zu legitimieren und die Front des Konflikts zu erweitern.