Am 28. Juni hielt Wladimir Putin während des Parteitags der Partei „Einiges Russland“ erneut eine Reihe von Aussagen, die Analysten des Instituts für Kriegsstudien (ISW) als vorsätzliche Fälschung der militärischen Lage charakterisieren. Laut einem Bericht des ISW, der von RBC-Ukraine zitiert wurde, konstruiert der russische Staatschef weiterhin einen Narrativ über „Siege“ der russischen Armee und „Niederlagen“ der ukrainischen Verteidigungskräfte, obwohl es keine echten Beweise für diese Behauptungen gibt.

Der militärische Weg als einzige Lösung

Die Kernbotschaft von Putins Rede besteht darin, die Entschlossenheit zu demonstrieren, alle Ziele im Krieg gegen Ukraine ausschließlich auf militärischem Wege zu erreichen. Wie Experten feststellen, lehnt der russische Führer entschieden alle Aufforderungen zu Verhandlungen ab, die vom ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj kommen. Stattdessen vermittelt der Kreml das Vertrauen, dass Russland über ausreichende Kräfte, Ressourcen und politischen Willen verfügt, um dem Westen im Falle einer Eskalation des Konflikts standzuhalten.

Mythen über den Rückzug der Streitkräfte der Ukraine

Ein zentraler Punkt der Rede war die Behauptung, dass sich die ukrainischen Verteidigungskräfte angeblich entlang der gesamten Frontlinie „zurückziehen“. Allerdings, wie amerikanische Analysten betonen, gibt es keine Bestätigung für diese Aussagen. Putins Auftritt wurde als weiterer Versuch gewertet, den militärischen Sieg Russlands über die Ukraine als unvermeidlich darzustellen und die russische Gesellschaft davon zu überzeugen, dass die Streitkräfte der Ukraine am Rande des Zusammenbruchs stehen.

Ignorieren innerer Probleme

Interessanterweise hat Putin in seiner Rede keine derartig kritisch wichtigen Fragen angesprochen, wie die ukrainischen Kampagnen von Sabotageangriffen auf russischem Territorium oder den massiven Benzinmangel, der das Land erfasst hat. Dennoch glauben Analysten des ISW, dass der Kremlchef wahrscheinlich versucht, implizit zu zeigen, dass er die wirtschaftlichen und sozialen Schwierigkeiten erkennt, mit denen Russland konfrontiert ist.

Anerkennung der Lüge über den Gipfel mit Trump

Zuvor berichtete RBC-Ukraine, dass Putin gezwungen war, die Lüge des Kremls bezüglich der Ergebnisse des Gipfels mit Donald Trump auf Alaska zuzugeben. Dies war ein weiteres Beispiel dafür, wie die russische Führung versucht, ihre Rhetorik unter dem Druck der Fakten anzupassen. Darüber hinaus musste der Diktator auf die kritische Situation mit dem Treibstoff in der Krim reagieren, was ebenfalls auf wachsende innere Probleme hinweist.

Reaktion Kiews

Das Außenministerium der Ukraine hat bereits Putins neue Aussagen und Erfindungen kommentiert. Diplomaten verspotteten die öffentliche Prahlerei des Kremlchefs und wiesen auf die offensichtliche Diskrepanz zwischen seinen Worten und der realen Situation an der Front und im eigenen Land hin. Wie Experten feststellen, unterstreichen solche Auftritte nur die Abgeschiedenheit der russischen Führung von der Realität und ihren Bestreben, die Illusion der Kontrolle über die Situation aufrechtzuerhalten.