In einer Zeit wachsender Spannungen in Osteuropa hat der litauische Verteidigungsminister Robertas Kaukėnas eine sensationelle Aussage zu den strategischen Plänen des Kremls gemacht. Laut ihm erwägt der russische Staatsführer Wladimir Putin tatsächlich Szenarien für Angriffe auf die baltischen Staaten – Estland, Lettland und Litauen. Allerdings wurde trotz der ausgearbeiteten Pläne eine endgültige Entscheidung über den Start einer Operation noch nicht getroffen.

Pläne des Kremls: Angriffe auf kritische Infrastruktur

Den Informationen des litauischen Verteidigungsministers zufolge hat Moskau die Idee von Angriffen auf die kritische Infrastruktur in der Region nicht aufgegeben. Den Plänen des Kremls zufolge liegt ein besonderer Fokus auf dem möglichen Einsatz von unbemannten Fluggeräten (Drohnen). Kaukėnas betonte, dass Russland weiterhin ein Szenario in Betracht zieht, bei dem ukrainische Drohnen für Provokationen genutzt werden, um Kiew der Aggression gegen NATO-Staaten zu beschuldigen.

Status der Operation: Entscheidung noch nicht getroffen

Trotz der Existenz detaillierter Pläne hat Robertas Kaukėnas die Öffentlichkeit versichert, dass zum jetzigen Zeitpunkt (August 2026) keine Entscheidung über die Durchführung einer konkreten Operation vorliegt. Der Minister stellte fest, dass es keine direkten Bedrohungen gibt, die darauf hindeuten, dass ein Angriff in den nächsten Tagen stattfinden könnte. „Eine Entscheidung über die Durchführung einer Operation liegt zum heutigen Zeitpunkt nicht vor“, erklärte er und betonte, dass die Verbündeten jeden Schritt Moskaus genau beobachten.

Position der NATO: Warnung vor Provokationen

Der litauische Minister erinnerte daran, dass Warnungen vor möglichen Provokationen bereits auf höchster Ebene von vielen Ländern des Bündnisses ausgesprochen wurden. Die NATO zeigt Einheitlichkeit im Umgang mit hybriden Bedrohungen. Kaukėnas überbrachte eine Botschaft an die russischen Behörden: „Sie haben wiederholt sehr deutlich erklärt: Wir sehen es, wir hören es, wir wissen es, also tut es nicht.“ Diese Aussage erregte Aufsehen vor dem Hintergrund zuvor erhaltener US-Geheimdienstinformationen über Putins Pläne zur Eskalation des Konflikts mit der NATO.

Widersprüchliche Daten

Während der litauische Verteidigungsminister behauptet, dass die Entscheidung über einen Angriff noch nicht getroffen wurde, deuten andere Quellen auf eine hohe Bereitschaft der russischen Geheimdienste für Provokationen hin. Zuvor hatte der amerikanische Geheimdienst vor Putins Plänen für einen Krieg mit der NATO gewarnt, und der polnische Außenminister hatte Prognosen über weitere aggressive Aktionen Moskaus geäußert. Es gibt eine Diskrepanz bei der Einschätzung der zeitlichen Rahmenbedingungen: Während Kaukėnas von der Abwesenheit von Bedrohungen „in den nächsten Tagen“ spricht, weisen westliche Experten darauf hin, dass die Vorbereitung einer Provokation jederzeit abgeschlossen sein könnte, was eine Situation der Unsicherheit schafft.