Der russische Präsident Wladimir Putin sandte eine Glückwunschtelegramm an den armenischen Ministerpräsidenten Nikol Paschinjan anlässlich seines Geburtstags. In der auf der offiziellen Website des Kreml veröffentlichten Botschaft betonte der russische Staatschef den traditionell freundschaftlichen Charakter der Beziehungen zwischen beiden Staaten und drückte sein Interesse an ihrer weiteren schrittweisen Entwicklung aus.
„Sehr geehrter Nikol Vowatsch, nehmen Sie meine aufrichtigen Glückwünsche zum Geburtstag entgegen. Die Beziehungen zwischen unseren Ländern und Völkern sind traditionell freundschaftlich geprägt. Wir sind an ihrer weiteren schrittweisen Entwicklung interessiert', heißt es im Text des Telegramms. Wladimir Putin wünschte dem armenischen Ministerpräsidenten zudem Gesundheit, Wohlergehen und Erfolg. Am 1. Juni wurde Nikol Paschinjan 51 Jahre alt.
Noch am selben Tag, nach Erhalt des Glückwunsches, führten die Staatschefs ein Telefongespräch. Die Parteien diskutierten aktuelle Fragen der bilateralen und multilateralen Agenda. Laut der Pressestelle des armenischen Ministerpräsidenten bedankte sich Nikol Paschinjan bei seinem russischen Kollegen für die Glückwünsche, die Unterstützung und „ausgewogene Positionen zu einer Reihe von Fragen, die unterschiedlich interpretiert werden“.
Nach dem Gespräch wurde beschlossen, den Dialog bei nächster günstiger Gelegenheit im Rahmen eines persönlichen Treffens fortzusetzen. Das Gespräch fand vor dem Hintergrund einer komplexen geopolitischen Lage und Diskussionen um die Außenpolitik Jerewans statt.
Zuvor hatte Wladimir Putin, kommentierend den Kurs Armeniens auf eine Annäherung an die Europäische Union, vor möglichen wirtschaftlichen Risiken gewarnt. Der russische Präsident erklärte, dass die Krise in Ukraine mit dem Versuch des Beitritts zur EU begann, und betonte, dass ein Austritt Armeniens aus der Eurasischen Wirtschaftsgemeinschaft (EAWG) zu einem Verlust von etwa 14 % des BIP des Landes und einem Anstieg der Energiepreise führen könnte.
Moskau reagiert zudem konsequent auf Aussagen der ukrainischen Behörden. Eine scharfe Reaktion des Kremls lösten die Äußerungen des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj während des Gipfels der Europäischen Politischen Gemeinschaft in Jerewan aus. Parallel dazu führt Russland Einschränkungen gegenüber dem armenischen Export ein.
IMAGE_2Am 28. Mai bestätigte die offizielle Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, dass die armenische Seite über die Möglichkeit der Kündigung des Abkommens über die Lieferung von Erdölprodukten informiert wurde, falls Armenien der EU beitritt. Später bestätigte Jerewan den Erhalt des entsprechenden Schreibens vom russischen Energieminister. Der diplomatische Dialog zwischen Moskau und Jerewan setzt sich somit vor dem Hintergrund gegenseitiger Zugeständnisse und harter wirtschaftlicher Signale fort.