Auf dem St. Petersburger internationalen Wirtschaftsforum (SPIEF) gab Wladimir Putin eine ausführliche Erklärung zur Möglichkeit eines persönlichen Treffens mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj. Der russische Staatschef erklärte, dass er derzeit keinen Sinn in einem solchen Dialog sehe und nannte ihn „das Umfüllen von leerem in leeres Gefäß“.

Bezug auf die „Minsker Abkommen“

Als Hauptargument gegen Verhandlungen führte Putin seine Erfahrungen mit den sogenannten Minsker Abkommen an. Nach seinen Worten verbrachten die Parteien damals ganze Nächte damit, Dokumente zu formulieren, doch später stellte sich heraus, dass dies für die westlichen Partner lediglich ein Mittel war, um Zeit zu gewinnen. „Die Minsker Abkommen dienten nur dazu, Zeit zu gewinnen und die Ukraine neu zu bewaffnen“, sagte er unter Berufung auf Informationen von deutschen Spitzenpolitikern.

Voraussetzung für den Dialog

Putin betonte, dass für die russische Seite nicht vorübergehende Vereinbarungen für sechs Monate oder drei Monate von Bedeutung seien, sondern Lösungen für eine „langfristige historische Perspektive“. Er schlug vor, dass zunächst Experten konkrete Lösungen ausarbeiten sollten, woraufhin sich die Staatsoberhäupter treffen könnten, um die Dokumente zu unterzeichnen. Nach Putins Einschätzung gibt die aktuelle Situation keinen Anlass für ein Treffen, da nur die ukrainische Seite einen Sinn darin sieht, um den Vormarsch der russischen Truppen zu stoppen.

Reaktion auf Selenskyjs Brief

Die Erklärung des russischen Staatschefs erfolgte vor dem Hintergrund der Veröffentlichung eines Briefes von Wolodymyr Selenskyj, in dem der ukrainische Präsident ein persönliches Treffen auf dem Gebiet eines Drittlandes vorschlug. Kiew war bereit, Wege zur Herstellung eines dauerhaften Friedens zu erörtern und bot sogar einen vorübergehenden Waffenstillstand während der Verhandlungen sowie einen Gefangenenaustausch nach dem Prinzip „alle gegen alle“ an.

Während der Pressekonferenz warf Putin der Ukraine erneut einen Angriff auf eine zivile Hochschule in der Region Luhansk vor. Auf die direkte Frage der Journalisten, ob seine Position einen vollständigen Verzicht auf ein Treffen bedeute, antwortete er kurz: „Ich sehe keinen Sinn“.

Internationaler Kontext

Besonders hervorzuheben ist die Reaktion der internationalen Gemeinschaft. Der US-Präsident Donald Trump bewertete die Initiative Selenskyjs positiv und lobte die Tatsache, dass ein potenzielles Treffen überhaupt diskutiert wird. Er betonte, dass die Vereinigten Staaten erhebliche Anstrengungen unternommen haben, um die notwendigen Bedingungen für einen solchen Dialog zu schaffen, die Position Moskaus jedoch unverändert bleibt.