Während einer Rede auf dem Wirtschaftsforum in Sankt Petersburg kommentierte Wladimir Putin den Vorfall mit dem Absturz der Rakete „Orechnik' auf dem Gebiet der besetzten Donezker Region. Der russische Staatschef erklärte, dass dies kein Zufall oder ein Kampfeinsatz war, sondern Teil eines speziellen Plans zum Testen des Systems.
„Orechnik' als Testgelände
Putin widerlegte Gerüchte, dass die Raketenstreitkräfte die Kontrolle über die Munition verloren hätten. Im Gegenteil betonte er, dass die Schläge gegen die Ukraine unter Verwendung dieses Systems nicht im vollen Sinne des Wortes einen Kampfeinsatz darstellten.
„Das ist kein Kampfeinsatz. Auf dem Territorium der Ukraine gab es faktisch keinen einzigen Kampfeinsatz von „Orechnik' im vollen Sinne des Wortes', zitiert RBK-Ukraine den russischen Staatschef.
In Bezug auf den Absturz der Rakete in der Nähe einer Befestigungszone in der DNR berichtete der russische Präsident über Details des „Experiments'. Nach seinen Worten wurden nach dem Schlag gegen eine Scheune in diesen Bereich russische Drohnen entsandt. Ihre Aufgabe bestand in der visuellen Feststellung der Ergebnisse: Spezialisten bewerteten die Streuung der Blöcke und berechneten die Genauigkeit des Absturzes „auf den Millimeter'.
„Für uns ist dies wichtig, um in Zukunft Entscheidungen über den Vollzeiteinsatz von „Orechnik' gegen festgelegte Ziele zu treffen', erklärte Putin.
Kontext des massiven Angriffs
Putins Eingeständnis der Tatsache der Tests erfolgte einige Zeit nach einem massiven kombinierten Schlag, den Russland in der Nacht zum 24. Mai verübt hatte. Laut Angaben der ukrainischen Luftstreitkräfte setzten die Besatzer 90 Raketen und 600 Drohnen verschiedener Typen ein, darunter auch Raketen vom Typ „Orechnik'.
Bis heute hatten die russischen Behörden den Absturz einer dieser Munitionseinheiten auf ihrem eigenen besetzten Territorium nicht kommentiert. Nun wurde dieser Vorfall offiziell als erfolgreiches Testen neu interpretiert.
„Friedensformel' und Luftabwehr
Im Rahmen seiner Rede berührte Putin auch das Thema der Luftabwehr und erklärte, dass Russland ein System habe, das „die Ukraine nicht besitzt'. Diese Aussage erfolgte vor dem Hintergrund des Angriffs ukrainischer Drohnen auf Sankt Petersburg, der am 3. Juni stattfand.
Zusätzlich formulierte der russische Staatschef seine „Friedensformel'. Er erklärte, dass er „bedingungslos bereit' sei, sich mit der Ukraine zu einigen, stellte jedoch eine harte Bedingung: Die Verhandlungen müssten „auf der Grundlage' eines Treffens in Alaska mit Donald Trump stattfinden.