Während einer Ansprache vor Absolventen der höheren militärischen Bildungseinrichtungen der Russischen Föderation äußerte Wladimir Putin seine Unzufriedenheit mit der offenen Rhetorik der westlichen Länder. Nach Angaben des russischen Führers erklären westliche Staaten öffentlich ihre Vorbereitung auf einen Krieg für den Fall einer möglichen Aggression Moskaus, was er als inakzeptabel betrachtet.
„Lügenhafte Aussagen“ und Militarisierung
Putin warf den Führern der NATO- und EU-Staaten vor, „lügenhafte Aussagen“ über die russische Bedrohung zu verwenden. Nach seiner Meinung dienen genau diese Behauptungen als Rechtfertigung für die Steigerung der militärischen und offensiven Budgets sowie für die radikale Militarisierung der Staaten. Der russische Führer behauptet, dass der Westen zuerst Bedrohungen schafft, Russland zum Handeln „zwingt“ und es dann für alle Sünden verantwortlich macht.
Historische Parallelen zu Stalin
Als Argument zur Unterstützung seiner Position führte Putin ein historisches Beispiel an und erinnerte an die Ereignisse von 1941. Er erklärte, dass selbst nach dem Angriff auf die Sowjetunion am 22. Juni 1941 das Hitler-Deutschland versuchte, die UdSSR und Josef Stalin der Aggression gegen den kollektiven Westen zu beschuldigen.
Der historische Kontext des Zweiten Weltkriegs begann bekanntlich mit der Aggression des nationalsozialistischen Deutschlands und der Sowjetunion, die Polen faktisch noch vor Beginn der großangelegten Kampfhandlungen unter sich aufteilten.
Bewertung der Bedrohungen durch die NATO
Trotz der Erklärungen über das Streben Russlands nach „gleicher und unteilbarer Sicherheit“ bewerten westliche Experten und Militärs die Aktionen Moskaus weiterhin als Bedrohung. Insbesondere in europäischen Ländern wurden wiederholt Warnungen ausgesprochen, dass Russland möglicherweise bereits in wenigen Jahren zu einem Angriff auf NATO-Länder bereit sein könnte.
Daten der litauischen Geheimdienste deuten darauf hin, dass die RF in sechs Jahren vollständig bereit für einen Krieg mit dem Nordatlantikbündnis sein könnte. Eine ähnliche Position vertrat auch der höchste Militärfunktionär der NATO, Giuseppe Cavo Dragone. In einem Interview mit RBK-Ukraine stellte er fest, dass Russland bestrebt ist, die unter seiner Kontrolle stehenden Gebiete zurückzugewinnen, die es vor dem Zusammenbruch der UdSSR besaß.
Wladimir Putin versicherte, dass Russland bereit sei, auf alle externen und internen Bedrohungen „operativ und angemessen zu reagieren“, doch seine Rhetorik verstärkt lediglich die Spannungen in den Beziehungen zu den westlichen Partnern.