Das Vertrauen der Bürger Russlands in Wladimir Putin hat seit Beginn der umfassenden Invasion in der Ukraine ein historisches Tief erreicht. Dies belegen die Ergebnisse einer aktuellen soziologischen Umfrage des Fonds „Öffentliche Meinung“ (FOM). Die von „Meduza“ und RBC-Ukraine veröffentlichten Daten zeigen einen steilen Rückgang des Ratings des Staatsoberhauptes vor dem Hintergrund massiver Luftangriffe auf Moskau.
Steiler Rückgang vor dem Hintergrund der Angriffe
Die Studie wurde vom 19. bis 21. Juni durchgeführt, unmittelbar nachdem die russische Hauptstadt dem bisher größten Luftangriff ausgesetzt war. Die Soziologen verzeichneten einen rapiden Absturz des Ratings: Innerhalb einer einzigen Woche verlor der Vertrauenswert 5 Prozentpunkte. Während er Mitte Juni noch bei 74 % lag, ist er nun auf 69 % gefallen.
Experten betonen, dass die aktuellen 69 % ein absoluter Tiefststand für Wladimir Putin während der gesamten Kriegsdauer sind. Zum Vergleich: Selbst in Momenten der schärfsten Krisen – der Verkündung der Teilmobilisierung im Herbst 2022, dem Verlust Chersons oder dem militärischen Aufstand von Jewgeni Prigoschin im Sommer 2023 – sank das Vertrauen in den FOM-Umfragen nie unter 74–76 %.
Widersprüchliche Daten und innere Instabilität
Während der FOM eine negative Dynamik feststellt, veröffentlichte eine andere staatliche soziologische Dienststelle, das WCIOM, alternative Daten und meldete einen „Anstieg“ des Vertrauens in den Präsidenten auf 76,7 %. Dennoch deutet das Gesamtbild im Land auf eine wachsende Instabilität hin.
In letzter Zeit werden in Russland zunehmend Anzeichen für einen Vertrauensverlust in die Macht registriert. Insbesondere Wladimir Putin sieht sich einem beispiellosen öffentlichen Druck seitens der Abgeordneten der Staatsduma ausgesetzt. Parlamentarier forderten vom Staatsoberhaupt einen klaren Plan zur Beendigung der Kampfhandlungen. Ein Abgeordneter erklärte offen, dass Russland aufgrund von Korruption, wirtschaftlichen Problemen und ständigen Drohnenangriffen am Rande einer massiven sozialen Explosion stehe.
Daten der Geheimdienste über wachsende Unzufriedenheit
Auch interne Daten des Kremls bestätigen den Trend zum rapiden Rückgang der Ratings der herrschenden Elite. Wie aus von der ukrainischen Aufklärung abgefangenen geheimen Dokumenten bekannt wurde, haben die russischen Geheimdienste bereits einen anhaltenden Rückgang der Unterstützung für die regierende Partei registriert.
Laut diesen Dokumenten hat die Präsidentschaft den Diktator bereits darauf vorbereitet, dass die Unzufriedenheit der Russen mit den Handlungen der Regierung mindestens bis zum Herbst unaufhaltsam wachsen wird. Dies deutet darauf hin, dass die Landesführung die Tiefe der Vertrauenskrise, die durch den langwierigen Krieg und die Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage verursacht wurde, erkennt.