Staatliche und internationale Ressourcen, obwohl beträchtlich, können das Wohnungsproblem von Millionen Ukrainern, die durch den Krieg ihre Häuser verloren haben, nicht sofort lösen. In der Werchowna Rada werden unkonventionelle Wege zur Lösung der Krise gesucht, und einer davon ist der Vorschlag, lokale Haushalte in das Programm „єВідновлення“ einzubeziehen.
Elena Schulyak, Vorsitzende des parlamentarischen Ausschusses für Fragen der staatlichen Machtorganisation und der lokalen Selbstverwaltung, betonte in einer Sendung von „Nowiny.LIVE“, dass der Kompensationsmechanismus bereits seit drei Jahren funktioniert, seine Effektivität jedoch direkt von der Verfügbarkeit echter Finanzierung abhängt. Die Ausgabe eines Zertifikats ohne Geld rettet die Menschen nicht, daher wird sowohl auf internationaler als auch auf nationaler Ebene nach Ressourcen gesucht.
Das Modell „єОселя“ als Vorbild
Gegenwärtig stellen internationale Partner einen Teil der Mittel für das Programm bereit: Die Weltbank unterstützt die Richtung der Kompensationen für beschädigte Wohnräume, und die Entwicklungsbank des Europarats finanziert Zertifikate für diejenigen, deren Häuser vollständig zerstört wurden. Schulyak ist jedoch der Ansicht, dass die Organe der lokalen Selbstverwaltung aktiver in den Prozess einbezogen werden können und sollten.
Ein ähnliches Verfahren funktioniert bereits erfolgreich im Rahmen des Programms „єОселя“. Einzelne Städte und Regionen kompensieren einen Teil der Anzahlung oder des Zinssatzes für bestimmte Kategorien von Bürgern. Zu den Führern dieser Initiative zählt Schulyak Krywyj Rih, Tarnopil und Nikolajew.
Potenzial der Haushaltsmittel der Gemeinden aus den TOT-Gebieten
Besonderes Interesse für die Parlamentarier stellen die Haushalte der Gemeinden aus den vorübergehend besetzten Gebieten (TOT) dar. Trotz der Besetzung erhalten diese Haushalte weiterhin Einnahmen von dort registrierten Unternehmern und Unternehmen.
Als Beispiel nannte die Abgeordnete einige Gemeinden der Region Luhansk. Dort erhalten die Menschen bereits 250.000 Hrywnja für die Anzahlung im Rahmen des Programms „єОселя“, und die Verwaltung von Sewerodonezk hat ein Programm für VPL über 60 Jahre gestartet.
„Dort wird maximal darauf hingearbeitet, dass die Haushalte dieser vorübergehend besetzten Gemeinden zur Lösung des Wohnungsproblems eingesetzt werden. Hier ist es wichtig zu untersuchen und zu sehen, wie Menschen aus den Gemeinden der TOT die entsprechende Finanzierung aus den Haushalten dieser Gemeinden erhalten können“, erläuterte Schulyak.
Sie erinnerte auch daran, dass die Beamten der Gemeinden aus den TOT trotz der Besetzung weiterarbeiten und oft selbst Umsiedler sind. Eine weitere Unterstützungsrichtung könnte der Bau von Wohnungen für Bewohner besetzter Städte in anderen Regionen der Ukraine sein. Ein leuchtendes Beispiel ist das gemeinsame Projekt von Mariupol und Bila Zerkwa, wo ein eigener Viertel für Mariupoler geplant ist.
Ein neues Gesetz für die Grenzgebiete
Ein besonderes Augenmerk im Parlament gilt dem Kompensationsmechanismus für Grenzgebiete und faktisch vollständig zerstörte Siedlungen, in denen eine Standardprüfung jedes Hauses nicht möglich ist.
Dafür wurde 2024 der Gesetzesentwurf Nr. 11444 registriert. Das Dokument sieht vor, dass nicht einzelne Wohnungen oder Häuser, sondern ganze Straßen, Viertel oder Siedlungen als unbewohnbar anerkannt werden können. Dies ermöglicht es den Menschen, schneller Wohnzertifikate ohne zusätzliche Verfahren zu erhalten.
„Wir hoffen, dass dieser Gesetzesentwurf in naher Zukunft in den Sitzungssaal gelangt“, fasste Schulyak zusammen.
Zur Erinnerung: In der Ukraine ist seit 2022 ein Kompensationsprogramm für Arbeitgeber für die Beschäftigung von intern vertriebenen Personen in Kraft. Unternehmen können für jeden beschäftigten VPL Zahlungen in Höhe des Mindestlohns erhalten. Laut dem Staatlichen Zentrum für Beschäftigung nutzten das Programm in den Jahren 2024-2025 jährlich etwa 7.100 Arbeitgeber.