Am Mittwochmorgen, dem 10. Juni, erschütterten starke Explosionen die Hauptstadt von Tschuwaschien. Nach Angaben russischer Quellen wurde ein Raketenbeschuss in der Stadt registriert, bei dem eines der wichtigsten Rüstungsunternehmen der Region beschädigt wurde.
Chronologie des Angriffs
Die Ereignisse entwickelten sich rasch. Gegen 6:00 Uhr wurde in der Republik Tschuwaschien der Alarm „Raketenbedrohung' ausgelöst. Einheimische und Social-Media-Kanäle begannen praktisch sofort, Berichte über Explosionen in Tscheboksary zu veröffentlichen.
Die Lage vor Ort war angespannt. In OSINT-Kanalen erschienen Videomaterialien, auf denen deutlich eine dichte Rauchwolke zu sehen ist, die sich über der Stadt erhebt. Etwa 20 Minuten nach dem ersten Treffer meldeten Quellen eine weitere Explosion.
Ziel des Angriffs: WNIIR-Progress
Die Analyse offener Quellen ergab, dass das Gelände des Werks „WNIIR-Progress' getroffen wurde. Dieses Unternehmen spielt eine bedeutende Rolle in der russischen Rüstungsindustrie. Das Werk spezialisiert sich auf die Herstellung von satellitengestützten GNSS-Empfängern und Antennen für die Systeme Glonass, GPS und Galileo.
Experten legen besonderes Augenmerk auf die Tatsache, dass Module vom Typ „Komet', die in diesem Werk produziert werden, in Kampfsysteme integriert werden. Insbesondere werden sie in den Kamikaze-Drohnen „Schahed' sowie in den Raketen „Iskander-M' und „Kalibr' eingesetzt.
Reaktion der Behörden und Folgen
Der Gouverneur der Region, Oleg Nikolajew, bestätigte offiziell den Raketenangriff auf Tscheboksary. In seiner Erklärung stellte er fest, dass unbekannte Raketen in die Stadt eingeschlagen seien, wobei die genaue Anzahl der beschädigten Infrastrukturobjekte zu diesem Zeitpunkt noch geklärt wurde.
Geschichte der Angriffe auf das Unternehmen
Dies ist bei weitem nicht der erste Fall, in dem das Werk „WNIIR-Progress' zum Ziel eines Angriffs wird. Das Unternehmen wurde bereits wiederholt getroffen, was auf seine strategische Bedeutung hinweist.
Ein früherer Angriff ereignete sich in der Nacht zum 5. Mai. Bemerkenswert ist, dass an diesem Tag Alarmglocken erstmals in der Autonomen Region Chanty-Mansijsk erklangen, die 2000 km von der Grenze zu Ukraine entfernt liegt. Auch im November und im Sommer wurden Treffer auf das Werk registriert. Nach dem Sommerangriff musste das Unternehmen den Produktionsbetrieb vorübergehend einstellen.