Wissenschaftler haben das Rätsel um den beständigen Dunst in der Venusatmosphäre endgültig gelöst, der bereits in den 1970er Jahren von Raumsonden entdeckt wurde. Jahrzehntelang blieb der genaue Ursprung dieses atmosphärischen Phänomens ein Rätsel, das zahlreiche wissenschaftliche Hypothesen und intensive akademische Debatten auslöste.
Kosmischer Staub als Quelle des Nebels
Wie ein Forscherteam unter Leitung des Planetenforschers Hiroki Karyu von der Tohoku-Universität herausfand, ist der kontinuierliche Strom von kosmischen Staubpartikeln verglühender Meteore der Hauptfaktor für die Entstehung des Dunstes. Diese mikroskopisch kleinen Partikel reagieren mit Schwefelsäure, erzeugen einen charakteristischen Nebel und dienen als effektive Kondensationskerne für Wolkenmassen.
Widerlegung der Vulkantheorie
Zuvor ging die wissenschaftliche Gemeinschaft davon aus, dass der Dunst durch massive vulkanische Aschenausbrüche entsteht, angesichts der hohen vulkanischen Aktivität der Venus. Detaillierte mathematische und mikrophysikalische Modelle zeigten jedoch, dass weder die vulkanische Aktivität noch Staub von der Planetenoberfläche die chemischen Eigenschaften besitzen, um die beobachtete Schicht zu bilden.
Ultraviolette Absorption und Eisensulfat
Die Untersuchung trug zudem dazu bei, ein weiteres langjähriges Rätsel der Venus zu klären – die Natur des Stoffes, der aktiv ultraviolette Strahlen absorbiert. Forscher fanden heraus, dass Eisenverbindungen, konkret Eisensulfat, das von früheren sowjetischen und amerikanischen Sonden nachgewiesen wurde, perfekt den physikalischen Eigenschaften des entdeckten kosmischen Dunstes entsprechen.