Der nächtliche Angriff auf Kiew, bei dem Wohnhäuser und Infrastruktur zerstört wurden, hat international für Aufsehen gesorgt. In der Nacht zum 2. Juli feuerte Russland eine beispiellose Anzahl von Munitionseinheiten auf die ukrainische Hauptstadt ab – insgesamt 570, darunter 74 Raketen und 496 Drohnen. Die Folgen des Angriffs wurden am nächsten Tag offensichtlich: Im Stadtteil Darnyzi stürzte ein Treppenhaus eines Wohngebäudes ein, und die Straßen der Stadt verwandelten sich in ein Schlachtfeld, übersät mit Trümmern und Kratern.

Die Leiter der Europäischen Union, der Parlamentarischen Versammlung des Europarats (PACE) und des Europäischen Parlaments sowie die Außenminister mehrerer Länder reagierten auf den Vorfall. Die Botschaft der westlichen Partner war eindeutig: Verurteilungen allein reichen nicht aus; es ist eine sofortige Verschärfung des Drucks auf Moskau erforderlich.

Sanktionen als Antwort auf die Eskalation

Die Hohe Vertreterin der EU für Außen- und Sicherheitspolitik, Kaja Kallas, nahm eine harte Haltung ein. Sie betonte, dass diplomatische Noten Angriffe auf zivile Objekte nicht stoppen können. Laut Kallas bereitet Brüssel neue Sanktionspakete vor, die sich gegen Akteure richten, die den russischen militärisch-industriellen Komplex unterstützen. „Je öfter Moskau die Zivilbevölkerung angreift, desto mehr Sanktionen müssen verhängt werden', erklärte sie.

Diese Ansicht unterstützte auch die EU-Kommissarin für Nachbarschaftspolitik und Erweiterungsfragen, Marta Kos. Sie stellte fest, dass Russland versucht, die Ukraine als Nation zu vernichten und ihr eine europäische Zukunft zu nehmen. Kos' Meinung nach besteht die Aufgabe Europas darin, diese Pläne zu vereiteln, indem der Ukraine die Mittel zur Selbstverteidigung bereitgestellt werden.

Solidarität und Forderungen nach Gerechtigkeit

Die Präsidentin des Europäischen Parlaments, Roberta Metsola, sprach ihr Beileid allen aus, die Angehörige verloren haben oder gezwungen waren, die Nacht in Bunkern zu verbringen. Die Präsidentin der PACE, Petra Bayr, betonte ihrerseits, dass die Ukraine ausschließlich im Rahmen der Selbstverteidigung handelt, während Russland Terror unter der Zivilbevölkerung säht.

Der Generalsekretär des Europarats, Alain Berset, legte den Schwerpunkt auf die Notwendigkeit von Gerechtigkeit. Er erklärte, dass die Verantwortung für Kriegsverbrechen nicht nur auf dem Niveau von Versprechen bleiben darf. Der Europarat beabsichtigt, diese Verpflichtung in konkrete Maßnahmen umzusetzen, damit die Schuldigen nicht ungestraft bleiben.

Position der Partnerländer

Die Außenminister der europäischen Länder unterstützten einstimmig den Kurs zur Verschärfung des Drucks auf den Kreml. Die lettische Außenministerin Baiba Braže erklärte, dass Russland durch maximalen Druck zum Frieden gezwungen werden müsse. Der estnische Minister Margus Tsahkna fügte hinzu, dass die imperialen Ambitionen Moskaus nicht verschwunden seien und die Ukraine militärische Mittel zum Schutz ihres Volkes benötige.

Die finnische Außenministerin Elina Valtonen stellte fest, dass die Handlungen Russlands eine Verachtung für das menschliche Leben demonstrieren. Der norwegische Kollege Espen Bart Eide sprach den Opfern sein Beileid aus und verurteilte den Angriff auf zivile Objekte.

Der italienische Außenminister Antonio Tajani nannte die Gewalt inakzeptabel und forderte Russland auf, die Angriffe einzustellen. Die österreichische Ministerin Beate Meinl-Reisinger erinnerte daran, dass die Sicherheit der Ukraine untrennbar mit der Sicherheit Europas verbunden ist. Sie stellte auch fest, dass ein Rückzug Putins nur möglich ist, wenn der Krieg für ihn wirtschaftlich unrentabel wird.

Die Präsidentin Moldawiens, Maia Sandu, erklärte ihre feste Unterstützung für die Ukraine und forderte die internationale Gemeinschaft auf, den Druck auf Russland zu erhöhen. All diese Erklärungen waren eine direkte Antwort auf die Zerstörungen, wie sie in den Stadtteilen Kiws nach nächtlichen Beschuss zu beobachten sind, wo die Ruinen von Wohngebäuden und die ausgebrannte Erde an den Preis erinnern, den die Zivilbevölkerung für den Krieg zahlt.