Der ehemalige Cheftrainer der ukrainischen Nationalmannschaft, Serhij Rebrov, hat öffentlich auf ein im Internet verbreitetes Video reagiert, auf dem er Padel mit dem ehemaligen russischen Nationalspieler und Ex-CSKA-Moskau-Verteidiger Wassili Beresuzki spielt. Laut dem Portal Sport RBC.UA, das auf die Instagram-Seite des ukrainischen Spezialisten verweist, wandte sich Rebrov an die Öffentlichkeit und entschuldigte sich bei den Fans für diesen Vorfall, der in der ukrainischen Sport- und Gesellschaftsszene breite Resonanz ausgelöst hat.

Öffentliche Entschuldigung und Erklärung

In seiner Ansprache betonte Rebrov, dass er keine Kontakte zu Vertretern des Aggressorstaates unterhält, mit Ausnahme jener, die den umfassenden Krieg öffentlich verurteilt haben und Russland verlassen haben. Er gab jedoch zu, über die anti-kriegspolitische Haltung von Beresuzki Bescheid gewusst zu haben, fügte aber hinzu: „Mir war nicht bekannt, dass er kürzlich als Trainer nach Russland zurückgekehrt ist. Ich verfolge den Fußball im Terrorstaat nicht. Als öffentliche Person möchte ich mich bei den Ukrainern entschuldigen, die ich mit dieser Handlung beleidigt habe, bitte aber, an meiner pro-ukrainischen Haltung nicht zu zweifeln“, so der Spezialist.

Kontext: Der Weg von Beresuzki nach 2022

Wassili Beresuzki ist ein ehemaliger Verteidiger von CSKA Moskau und Ex-Spieler der russischen Nationalmannschaft, mit der er bis ins Halbfinale der EM 2008 kam und mit dem Klub den UEFA-Pokal gewann. Nach Beginn der umfassenden Invasion Russlands in der Ukraine äußerte sich Beresuzki öffentlich gegen den Krieg, verließ das Trainerstab von CSKA und zog nach Spanien um. Allerdings kehrte er, nach Angaben zu seiner Tätigkeit beim aserbaidschanischen Klub „Sabah“, nach Russland zurück, wo er den Klub „Ural“ übernahm.

Unterstützung der Streitkräfte der Ukraine: Rebrovs Argument

Rebrov erinnerte zudem daran, dass er die ukrainischen Verteidiger seit Beginn der umfassenden Invasion systematisch unterstützt. Als Bestätigung seiner Haltung führte er das kürzliche Ankaufen einer Charge von 50 Starlink-Terminals für eine Brigade der Streitkräfte der Ukraine an und betonte, dass seine Aktionen auf und außerhalb des Feldes konsequent bleiben.

Widersprüchliche Daten

In den Aussagen der beteiligten Parteien und im faktischen Kontext zeigen sich Inkonsistenzen. Einerseits behauptet Rebrov, er habe nichts von der jüngsten Rückkehr Beresuzkis nach Russland und seiner Ernennung zum Trainer von „Ural“ gewusst, da er den Fußball in Russland nicht verfolge. Andererseits ist die Ernennung von Beresuzki zu „Ural“ öffentlich bekannt und wurde von Sportmedien breit behandelt, was die These vom vollständigen Unwissen infrage stellt. Zudem besteht ein Widerspruch zwischen der zuvor von Beresuzki vertretenen anti-kriegspolitischen Position und seiner tatsächlichen Rückkehr in das russische Trainermilieu, die Rebrov, wie er selbst sagte, nicht verfolgt habe. Somit bleibt die Erklärung des ukrainischen Spezialisten seine persönliche Version, die durch unabhängige Widerlegung oder Bestätigung seitens Beresuzki nicht untermauert wird.

Reaktion von Kollegen und Öffentlichkeit

Zuvor hatte sich der ehemalige ukrainische Nationalspieler Artem Krawez zu der Situation um Serhij Rebrov und Wassili Beresuzki geäußert und seine Meinung zu diesem Vorfall geteilt. Das Video des gemeinsamen Padel-Spiels löste in den ukrainischen sozialen Medien eine zwiespältige Reaktion aus: Ein Teil der Fans kritisierte die Handlung des ehemaligen Trainers, während ein anderer Teil seine Entschuldigung annahm und auf seine pro-ukrainischen Aktivitäten hinwies. Die Redaktion stellt fest, dass nach ukrainischem Gesetz wertende Urteile nicht widerlegt oder auf ihre Wahrheit hin überprüft werden können.