Die Situation, in der Kunden beim Verlassen eines Geschäfts aufgefordert werden, einen fiskalischen Kassenbon vorzuzeigen, ist vielen bekannt. Ist eine solche Forderung jedoch rechtmäßig und hat die Sicherheitsfirma das Recht, einen Kunden ohne Zahlungsnachweis festzuhalten? Antworten auf diese Fragen gab der Anwalt und Magister iuris Jewhen Bulymenko in einem Kommentar für RBC-Ukraine.
Das Eigentum geht sofort nach der Zahlung über
Der Jurist erklärte, dass das geltende ukrainische Gesetz keine Verpflichtung des Käufers vorsieht, den Kassenbon auf Verlangen des Ladenpersonals vorzuzeigen. Gemäß dem Gesetz geht das Eigentum an der Ware im Einzelhandel im Moment der Zahlung auf den Käufer über. Der fiskalische Kassenbon dient in diesem Fall lediglich als Dokument, das den Abschluss des Geschäfts bestätigt.
Befugnisse der Sicherheitsfirma: Wo ist die Grenze?
Der Experte betonte, dass die Überprüfung des Vorhandenseins eines Kassenbons ausschließlich mit Zustimmung des Käufers selbst durchgeführt werden darf. Sicherheitsmitarbeiter sind nicht mit den Befugnissen von Strafverfolgungsbehörden ausgestattet und haben kein Recht, die Sachen natürlicher Personen zwangsweise zu durchsuchen. Jede Handlung, die über die freiwillige Zusammenarbeit hinausgeht, stellt eine Verletzung dar.
Was tun bei einer unrechtmäßigen Festnahme?
Die Sicherheitsfirma eines Supermarkts hat das Recht, eine Person nur dann festzuhalten, wenn sie eine Straftat begangen hat, um sie anschließend der Polizei zu übergeben. Wenn die Ladenmitarbeiter jedoch die Vorlage des Kassenbons verlangen und den Käufer nicht das Gebäude verlassen lassen, empfiehlt der Anwalt, unverzüglich die Polizei zu rufen. Dies ist notwendig, um die gegen den Kunden begangene Straftat festzuhalten.
Digitalisierung von Einkäufen
Es ist erwähnenswert, dass der Prozess der Bestätigung von Einkäufen in der Ukraine zunehmend digitaler wird. Vor einiger Zeit wurde im Land das Pilotprojekt „eChek“ gestartet, das es ermöglicht, elektronische Kassenbons für Waren und Dienstleistungen direkt in die mobilen Anwendungen von Banken zu integrieren. Dies vereinfacht die Aufbewahrung von Zahlungsnachweisen und macht sie jederzeit verfügbar.
Es ist wichtig zu beachten, dass dieser Artikel nur informativen Charakter hat und keine Rechtsberatung darstellt. In komplexen rechtlichen Situationen wird empfohlen, sich an qualifizierte Fachkräfte zu wenden.